Tunesien will trotz Protesten an Sparpolitik festhalten

Tunis (APA/dpa) - Trotz der Proteste in Tunesien will die Regierung des Landes an ihren umstrittenen Sparmaßnahmen festhalten. „Wir werden m...

Tunis (APA/dpa) - Trotz der Proteste in Tunesien will die Regierung des Landes an ihren umstrittenen Sparmaßnahmen festhalten. „Wir werden mit unseren Reformen weitermachen, weil wir keine andere Wahl haben“, sagte Ministerpräsident Youssef Khahed am Mittwoch in der Hauptstadt Tunis.

Ohne die Stabilisierung des Staatshaushaltes könne es kein Wachstum und keine Investitionen geben. „Die ausgebliebenen Reformen (in der Vergangenheit) hatten einen hohen Preis. Heute müssen wir die Situation angehen.“

In dem nordafrikanischen Land waren vergangene Woche Tausende Menschen in verschiedenen Teilen des Landes auf die Straße gegangen. Es kam zu Zusammenstößen, Plünderungen und Brandstiftungen - mehr als 700 Personen wurden festgenommen. Die Proteste richteten sich vor allem gegen das neue Finanzgesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten war. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, dass dadurch die Preise für Lebensmittel, Benzin und Telekommunikation angestiegen seien. Auch die erhöhte Mehrwertsteuer führe bei vielen Menschen zu finanziellen Problemen.

Tunesien gilt als Mutterland des sogenannten Arabischen Frühlings. Die Wirtschaftslage ist allerdings schlecht, die Staatsverschuldung liegt bei 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Viele junge Akademiker finden kaum eine passende Anstellung.