Bezirk Reutte

Plansee-Ceratizit baut groß aus

Zwischen Kreckelmoosstraße und B179 will Plansee-Ceratizit in Breitenwang neue Produktionsflächen kaufen. Baubeginn könnte noch heuer sein.
© Tschol

Auf der Suche nach neuen Produktionsflächen wurde Plansee im Kreckelmoos fündig.

Von Helmut Mittermayr

Breitenwang, Reutte –Der Motor bei Plansee brummt, die Aussichten sind sowohl bei der Plansee SE als auch bei Ceratizit sehr positiv, was Planseeholding-Vorstand Karlheinz Wex natürlich freut. Um die steigende Produktion bewältigen zu können, werden in mittelfristigen Werksplänen Szenarien fünf bis zehn Jahre voraus durchgespielt. Für den Hartmetall-Sinterer Ceratizit ergab sich hier die Notwendigkeit nach neuen Produktionsflächen. Eigentlich wollte Plansee die Erweiterung im Bereich des Werksgeländes Süd möglichst nahe am Unternehmen über die Bühne bringen. Hohe Energieflüsse machten die Pläne aber zunichte – unter der dortigen Hochspannungsleitung kann nämlich nicht oder nur unter extremen Mehrkosten gebaut werden. Also wurden nahe liegende Gewerbegebiete geprüft. Vorstellbar waren anfangs sowohl Großfeld und Linz-Textil-Areal in Reutte sowie eine zwischen B179, Bahnlinie, Kreckelmoos- und Planseestraße liegende, rund 30.000 m² große Fläche in Breitenwang. „Einmal Nichtverfügbarkeit und das andere Mal Preise jenseits von Gut und Böse führten zum Ausscheiden der Reuttener Optionen“, macht Karlheinz Wex deutlich, der das Bemühen beider Bürgermeister um die Verwirklichung hervorhebt. Blieb also der vom Werk nur 1,5 km entfernte Agrargrund in Breitenwang. Eine angeblich weitere Alternative in Kempten ist nie geprüft worden. Hier seien in der öffentlichen Diskussion wohl zwei Projekte durcheinandergebracht worden, glaubt Wex. In Kempten wurden Flächen für die Erweiterung des dortigen Plansee-Logistikzentrums an der Autobahn gesucht – und gefunden.

Auf TT-Anfrage erklärte Vorstand Wex, dass die Verträge mit der Gemeindegutsagrargemeinschaft Breitenwang noch nicht unterschrieben seien, bei einem positiven Verlauf der Verhandlungen aber vielleicht noch im Herbst mit dem Start der ersten Baustufe gerechnet werden könne. Details über die Verkehrsanbindung zum Hauptwerk gebe es noch nicht, eine weitere planseeeigene Zu- und Abfahrt zur B179 ist für ihn aber nicht vorstellbar. Eher könnte die Schotterstraße Richtung Hundeabrichteplatz asphaltiert werden.

Über künftige Mitarbeiterzahlen in den neuen Werkshallen wollte Wex angesichts von Automatisierungsprozessen und tiefgreifender Digitalisierung der industriellen Produktion nicht einmal spekulieren. Das sei nicht seriös.

Für Breitenwangs Gemeindechef Hanspeter Wagner ist die Anbindung ans Hauptwerk sicher gut. Bevölkerung und Ort würden mit dieser Lösung nicht belastet. Er freut sich über die Chancen für die Kommune: „In Bezug auf die zur erwartende Kommunalsteuer wäre ich ein schlechter Bürgermeister, wenn ich mich nicht bemüht hätte, dass dies gelingen kann.“

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