Das Buhlen um Lehrlinge scheint Früchte zu tragen
Gestern Mittag endeten die Berufsinformationstage für Viertklässler der Neuen Mittelschulen. Das Interesse am Lehrberuf scheint zu steigen.
Von Hubert Daum
Imst –Mittlerweile sind es Jahrzehnte, in denen sich Wirtschaftskammer (WK), Unternehmen und Schulen bemühen, die Lehre zu attraktivieren – Stichwort Facharbeitermangel. Bisher scheinen die Maßnahmen nicht zu greifen: 2017 nahm laut AMS die Zahl der offenen Lehrstellen (ohne Tourismus) gegenüber dem Vorjahr um 42,5 Prozent zu. So schmiedeten auch heuer wieder hiesige Unternehmen mit den Schulen eine Allianz und luden gemeinsam mit der WK-Bezirksstelle zu zwei Berufsinformationstagen.
WK-Bezirksobmann Josef Huber sieht in der regionalen Entwicklung einen Aufwärtstrend: „Waren 2015 und 2016 noch 831 Lehrlinge im Bezirk Imst in Ausbildung, so erlebten wir im letzten Jahr eine Steigerung auf 857. Nur Landeck und Schwaz verzeichneten ebenfalls eine Lehrlingszunahme.“ Trotzdem sind Lehrlinge Mangelware, nicht nur im Tourismus. „Mittlerweile muss ich die Firmen, die sich in unserer Schule während des Jahres präsentieren wollen, vertrösten“, ergänzt Karl Thurner, Direktor der Polytechnischen Schule (PTS) Imst. Auch die PTS öffnete als Teil der Berufsorientierung ihre Türen speziell zu den Werkstätten und stellte auch die Guides zur Betreuung der NMS-Schüler.
Um den offensichtlich rollenden Stein noch mehr anzuschubsen, präsentierten sich also 17 der 334 Lehrbetriebe im Bezirk, um den direkten Kontakt zu den Lehrlingen der Zukunft zu suchen. „Ich bin wirklich fasziniert, wie viele unterschiedliche Lehrberufe hier ausgestellt sind“, zollt die ebenfalls involvierte Direktorin der Sportmittelschule (SMS), Christa Kopp, den Veranstaltern Respekt. Auch in der SMS seien Bemühungen in Sachen Lehre in Gang. Mit dem neuerdings verpflichtenden Fach „Handwerksklasse“ würde man künftige Absolventen auf die Lehre vorbereiten.
WK-Obmann Huber ist sich sicher, dass die teilnehmenden Unternehmen Profit aus diesen eineinhalb Tagen schlagen: „Der Datenaustausch ist sehr rege und geht auf dem direkten Weg.“ Für die Chefin der WK-Bezirkskammer, Elena Bremberger, ist die Geschlechterentwicklung erfreulich: „Die Lehre als Metalltechnikerin rangiert bei den Mädchen neuerdings unter den Top Ten. Darüber hinaus haben wir im Bezirk gleich drei weibliche Rauchfangkehrerlehrlinge.“ Huber ergänzt: „Mittlerweile lernen auch zusehends Maturanten einen Beruf und rund 20 wählen den Weg Lehre mit Matura.“ Besonders optimistisch stimmt die Protagonisten der Elternabend, der vollkommen neu gestaltet wurde. Huber: „Mit rund 150 Eltern kamen so viele wie schon lange nicht mehr.“