Anteil der „faulen Kredite“ ging 2017 in EU auf 4,6 Prozent zurück

Brüssel (APA) - Der Anteil der „faulen Kredite“ (non performing loans - NPL, Anm.) ist im zweiten Quartal 2017 gegenüber dem Vergleichszeitr...

Brüssel (APA) - Der Anteil der „faulen Kredite“ (non performing loans - NPL, Anm.) ist im zweiten Quartal 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 in der EU von 5,6 auf 4,6 Prozent zurückgegangen. Österreich konnte nach Zahlen der EU-Kommission vom Donnerstag seine NPL-Rate in diesem Zeitraum von 6,0 auf 4,1 Prozent reduzieren. Negativer Spitzenreiter ist Griechenland mit einem Anteil von 46,9 Prozent.

Insgesamt ist der Faule-Kredite-Anteil in 24 EU-Staaten von 2016 auf 2017 gesunken. Nur in Kroatien und Lettland stieg er. Unverändert blieb die Rate in Schweden und Finnland.

Griechenland, das durch die Schuldenkrise am stärksten betroffen war, hatte 2016 mit 47,2 Prozent eine leicht höhere Quote. Die Bestmarke in der EU weist Luxemburg aus (Rückgang von 0,9 auf 0,7 Prozent). Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis betonte, ein Sinken der Rate von „faulen Krediten“ sei wesentlich zur Reduzierung der Risiken im Bankensektor und auch zur Vervollständigung der Bankenunion. Die gemeinsamen Anstrengungen der Finanzinstitute, der Aufsichtsorgane, der EU-Staaten und der Kommission hätten schon Früchte getragen. „Aber wir müssen weiter vorankommen. Wir wollen, dass alle Banken in jedem EU-Land ihre vollständige Fähigkeit wieder erlangen, an Unternehmen und Haushalte Kredite vergeben zu können, und gleichzeitig das Anhäufen von schlechten Darlehen zu vermeiden“, so Dombrovskis.

Gegenüber 2014 ist der NPL-Anteil in den EU-Staaten um ein Drittel zurückgegangen. Im zweiten Quartal 2017 wiesen noch neun EU-Länder eine Rate an faulen Krediten von über zehn Prozent auf. Von diesen neun Staaten ist nur in Kroatien die Rate gestiegen. Neben Griechenland waren dies Zypern (von 37,6 Prozent im zweiten Quartal 2016 auf 33,4 Prozent im zweiten Quartal 2017), Portugal (von 17,6 auf 15,5 Prozent), Italien (von 16,2 auf 12,2 Prozent), Bulgarien (von 14,0 auf 12,1 Prozent), Kroatien (von 11,6 auf 11,7 Prozent gestiegen), Irland (von 14,6 auf 11,6 Prozent), Slowenien (von 16,3 auf 11,4 Prozent) und Ungarn (von 15,0 auf 10,4 Prozent).

Unter der 10-Prozent-Marke lagen Rumänien (von 11,3 auf 8,5 Prozent), Polen (von 6,7 auf 6,6 Prozent), Lettland (von 5,5 auf 5,9 Prozent gestiegen), Spanien (von 5,9 auf 5,3 Prozent), Slowakei (von 5,1 auf 4,1 Prozent), Österreich (von 6,0 auf 4,1 Prozent), Litauen (von 5,0 auf 3,7 Prozent), Malta (von 4,6 auf 3,7 Prozent), Frankreich (von 3,9 auf 3,4 Prozent), Tschechien (von 4,6 auf 2,9 Prozent), Dänemark (von 3,6 auf 2,9 Prozent), Belgien (von 3,5 auf 2,8 Prozent), Niederlande (von 2,6 auf 2,3 Prozent), Deutschland (von 2,8 auf 2,3 Prozent), Estland (von 2,1 auf 2,0 Prozent), Großbritannien (von 2,2 auf 1,6 Prozent), Finnland (unverändert 1,4 Prozent), Schweden (unverändert 1,2 Prozent) und Luxemburg (von 0,9 auf 0,7 Prozent).

( 0082-18)