Kreative Lehrberufe unter einem Schuldach in Hall vereint
Nicht weniger als 13,45 Mio. Euro hat das Land Tirol in den Ausbau der Fachberufsschule für Garten, Raum und Mode in Hall investiert.
Von Michael Domanig
Hall –„Nun finden sich insgesamt 439 Schüler aus verschiedensten Lehrberufen unter einem Dach – und unter was für einem Dach“: Der Bildungslandesrätin und amtsführenden Landesschulratspräsidentin Beate Palfrader war gestern bei der feierlichen Eröffnung der Tiroler Fachberufsschule für Garten, Raum und Mode (kurz: GARAMO) in Hall die Freude deutlich anzumerken. Das Land nützt den Haupttrakt des Salesianerinnen-Klosters Thurnfeld, verwaltet von der Diözese Innsbruck, schon seit den 1960er-Jahren als Schulstandort. Seit Sommer 2013 wurde das Hauptgebäude generalsaniert und angrenzend ein neues Werkstättengebäude errichtet. Nun, seit der Fertigstellung im Herbst, stehen der – zuvor auf die zwei Standorte Hall und Innsbruck aufgeteilten – Berufsschule über 4000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. „Was lange währt, wird endlich gut“, strahlte Direktorin Angelika Agerer.
Lehrlinge aus ganz Westösterreich und Südtirol besuchen die Schule jeweils rund neun Wochen pro Jahr – wobei ihnen dort höchst unterschiedliche Qualifikationen vermittelt werden: Floristik, Bekleidungsgestaltung, Bodenlegen, Orthopädieschuhmacher- und Schuhmacherhandwerk, Tapezierer- und Dekorateurausbildung sowie Garten- und Grünflächengestaltung – die Palette der Lehrberufe ist extrem bunt. Gemeinsam ist allen aber der Fokus auf Kreativität. Rund 40 Lehrpersonen sorgen für praxisnahen Unterricht.
Im zweigeschoßigen Neubau befinden sich Eingang und Foyer der Schule, vier Lehrwerkstätten, ein Labor sowie EDV- und Lagerräume. Der Haupttrakt der Klosteranlage beherbergt sämtliche Klassenräume, zwei Werkstätten, Aula und Personalräume. Für die Landschaftsgärtner steht direkt beim Neubau eine adaptierte Werkhalle samt Grünflächen und zwei Folientunneln für den Praxisunterricht zur Verfügung.
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung des dualen Ausbildungssystems. In den letzten fünf Jahren habe das Land alleine für die Berufsschulen ca. 40 Mio. Euro in die Hand genommen. In Hall investierte das Land satte 13,45 Mio. Euro in den Ausbau, davon 4,75 Mio. Euro in die Sanierung des Haupthauses und 8,7 Mio. Euro ins neue Werkstättengebäude sowie die Adaptierung der Werkhalle. Bauhistorische Untersuchungen im Vorfeld der Sanierung brachten übrigens im Nordtrakt einen Gang mit Holzdielenboden, Kassettendecke und barocken Wandmalereien aus dem frühen 17. Jahrhundert sowie Räume mit Landschaftsdarstellungen aus dem frühen 19. Jahrhundert zum Vorschein.
An Beistand von oben sollte es der Schule nicht fehlen: Der designierte Generalvikar Florian Huber und Pfarrerin Assunta Kautzky nahmen gemeinsam eine ökumenische Segnung vor, Schüler trugen passende Bibelstellen zu Garten, Raum und Mode vor.