Österreich

1.400 Wahrnehmungsberichte zu Erdbeben in Vorarlberg

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Menschen berichteten von klirrenden Gläsern, umgefallenen Gegenständen und leichten Schäden im Verputz. Laut ZAMG sind in den nächsten Tagen noch spürbare Nachbeben möglich.

Bregenz – Zu dem Erdbeben, das am Mittwochabend in Vorarlberg spürbar war, gab es bisher über 1.400 Wahrnehmungsberichte, so der Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Donnerstag. Die meisten stammten aus Vorarlberg, einige auch aus Tirol und Deutschland. Das Beben sei von vielen stark gespürt worden, erklärte Seismologin Christiane Freudenthaler.

Die Wahrnehmungsberichte stammten von Menschen aus über hundert Orten. Sie berichteten von in den Schränken klirrenden Gläsern und Geschirr, von umgefallenen Gegenständen und vereinzelt von kleinen Schäden wie Rissen im Verputz. Das Erdbeben ereignete sich kurz nach 20 Uhr. Nach einer vorläufigen Auswertung habe die Intensität im Epizentrum einen Stärkegrad von 5 bis 6 auf der zwölfstufigen Europäischen Makroseismischen Skala (EMS) erreicht. Diese Skala ermöglicht die Bewertung von Auswirkungen eines Bebens an der Erdoberfläche.

Spürbare Nachbeben möglich

In den nächsten Tagen seien noch spürbare Nachbeben möglich, die aber schwächer als das Hauptbeben sein sollten, erklärte die ZAMG. Das bisher stärkste Nachbeben folgte zwölf Stunden später mit einer Magnitude von 2,1.

Für Vorarlberg sei das Beben durchaus heftig gewesen, so Freudenthaler. „Ähnlich starke Ereignisse gab es in den letzten Jahrzehnten im Bereich des Arlbergs am 1. Jänner 2016 mit Epizentrum in Klösterle (Bezirk Bludenz), am 28. Juni 1996 mit Epizentrum in Lech sowie am 29. Juni 1965 mit Epizentrum in Dalaas (Bezirk Bludenz) und am 14. April 1866 mit Epizentrum ebenfalls in Dalaas“, erklärte die Seismologin. In Vorarlberg komme es mehrmals pro Jahr zu spürbaren Erschütterungen, besonders im Rheintal und im Arlberggebiet. Größere Schäden blieben bisher aus.

In Österreich würden von der Bevölkerung durchschnittlich 48 Erdbeben jährlich wahrgenommen, wobei die Zahl stark schwanke. 2017 und 2016 gab es laut ZAMG 70 spürbare Beben, 2015 waren es 40. Alle zwei bis drei Jahre komme es auch zu leichten Gebäudeschäden, schwere Schäden an Gebäuden gebe es dagegen nur alle 75 Jahre. Das stärkste Erdbeben der vergangenen Jahre habe sich am 16. April 1972 ereignet, wo die Erde im Bereich Seebenstein/Pitten in Niederösterreich mit einer Magnitude von 5,3 erzitterte. (APA)