Mindestens 20 Tote bei Explosion und Angriffen in Afghanistan

Kabul (APA/dpa) - Bei einer Explosion und Gefechten sind in den vergangenen zwei Tagen mindestens 20 Zivilisten und Sicherheitskräfte in Afg...

Kabul (APA/dpa) - Bei einer Explosion und Gefechten sind in den vergangenen zwei Tagen mindestens 20 Zivilisten und Sicherheitskräfte in Afghanistan getötet worden. In der westlichen Provinz Herat starben in der Nacht zum Donnerstag mindestens fünf Menschen, darunter Kinder und Frauen, als in einem Privathaus im Schindand-Bezirk eine Bombe explodierte. Schindand ist eine Hochburg der radikalislamischen Taliban.

Der Sprecher des Gouverneurs, Jalil Jailani Farhad, sagte, die Explosion sei wohl ein Unfall gewesen. Die Familie habe Sprengstoff im Haus gehabt, weil Verwandte mit den Aufständischen kooperierten.

In der westafghanischen Provinz Farah starben bei Angriffen der Taliban auf zwei Sicherheitsposten in der Nacht mindestens sieben Polizisten und Soldaten. Einer der Posten befand sich in der Provinzhauptstadt. Die Gefechte hätten bis zum Morgen gedauert, sagte Provinzratsmitglied Jamila Amini. Afghanische Medien und Behörden meldeten am Donnerstag auch einen Talibanangriff auf einen Sicherheitsposten vom Dienstagabend in der schwer umkämpften südafghanischen Provinz Helmand. Bei der mehrstündigen Schießerei starben demnach mindestens acht Polizisten.

Überfälle der Taliban auf Sicherheitsposten gibt es mittlerweile mehrmals wöchentlich. 2016 waren im Kampf gegen die zunehmend erfolgreichen Islamisten mehr als 8.000 Sicherheitskräfte getötet und mehr als 14.000 verletzt worden. 2017 hat die afghanische Regierung die Opferzahlen in Armee und Polizei erstmals zensiert.