Talibangespräche in Pakistan ohne Durchbruch - mehr Druck der USA

Islamabad (APA/dpa) - Mehrtägige Gespräche mit afghanischen Taliban in Pakistan sind offenbar weitgehend ergebnislos verlaufen. Bei dem Tref...

Islamabad (APA/dpa) - Mehrtägige Gespräche mit afghanischen Taliban in Pakistan sind offenbar weitgehend ergebnislos verlaufen. Bei dem Treffen sei es - vor allem wegen des scharfen Drucks der USA auf Pakistan - darum gegangen, die Taliban davon zu überzeugen, den Friedensprozess mit der afghanischen Regierung wieder aufzunehmen, sagten Informanten aus Sicherheitskreisen.

Die Taliban hätten aber auf einer alten Forderung beharrt, nur mit den USA und nicht mit der afghanischen Regierung zu verhandeln, die sie als Marionette der USA ansehen. Es sei ein weiteres Treffen für März vereinbart worden.

Eine Delegation des inoffiziellen Taliban-Büros in Katar war anscheinend am Montag in der Hauptstadt Islamabad angekommen und am Mittwoch abgereist. Talibansprecher Zabihullah Mujahid (Sabiullah Mudschahid) sagte am Donnerstag allerdings, es habe kein Treffen gegeben.

Die pakistanischen Quellen gaben mehr Informationen preis über den Druck, dem Pakistan vonseiten der USA ausgesetzt ist. Diese werfen dem Land seit einigen Wochen zunehmend scharf vor, die Taliban und das mit ihnen verbündete Haqqani-Netzwerk unter anderem mit sicheren Rückzugsgebieten zu unterstützen und so die Aufbaubemühungen in Afghanistan zu destabilisieren.

Die USA hätten pakistanischen Behörden unter anderem die Passdetails von rund 50 Taliban und Haqqanis gegeben, die mit pakistanischen Papieren ins Ausland reisten. Die sollten gesperrt werden. Ähnliche Listen waren schon in der Vergangenheit überreicht worden.

Angesichts von mehr Drohnenangriffen in Pakistan, mit denen die USA Taliban auf eigene Faust ausschalten, seien Sicherheitskreise außerdem besorgt, dass die USA es dabei nicht belassen, sondern für eine große Operation auch Soldaten ins Grenzgebiet schicken könnten.