OPEC erwartet höheres Ölangebot von Ländern außerhalb des Kartells
Wien (APA/dpa-AFX) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose für das Rohölangebot aus Förderländern außerhalb ...
Wien (APA/dpa-AFX) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose für das Rohölangebot aus Förderländern außerhalb des Kartells angehoben. „Höhere Ölpreise bringen mehr Angebot auf den Markt“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der OPEC. Der jüngste Höhenflug der Ölpreise dürfte vor allem in Nordamerika zu einer stärkeren Produktion führen.
In den USA setzen viele Förderfirmen auf das umstrittene Fracking von Schieferöl. Diese eher teure Fördermethode rentiert sich erst bei relativ hohen Ölpreisen. In den USA war die Zahl der Ölbohrlöchern in der vergangenen Woche auf 752 gestiegen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte die Zahl noch deutlich niedriger bei 550 gelegen.
Konkret rechnet die OPEC für heuer mit einem Wachstum des Angebots außerhalb des Kartells um durchschnittlich 1,15 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Damit wurde die vorherige Prognose um 160.000 Barrel pro Tag oder 16 Prozent angehoben.
Zeitgleich wurde die Nachfrageprognose für OPEC-Öl gesenkt. Demnach geht das Kartell davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr bei 33,09 Millionen Barrel pro Tag liegen dürfte, nach zuvor 33,15 Millionen. Experten schätzen, dass die OPEC-Staaten im Dezember durchschnittlich 32,42 Millionen Barrel pro Tag gefördert hatten.
Diese Woche hatte der US-Ölpreise bei 64,89 Dollar (53,18 Euro) je Barrel und der Brent-Preis bei 70,37 Dollar je Barrel noch jeweils 3-Jahres-Höchststände erreicht. Vor allem die jüngste Dollar-Schwäche sorgte für Auftrieb. Zudem hatte eine Förderbegrenzung von OPEC-Ländern und anderen wichtigen Förderstaaten wie Russland die Ölpreise tendenziell steigen lassen.
Am frühen Nachmittag kostete heute ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 69,39 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar stieg ebenfalls geringfügig um zehn Cent auf 64,07 Dollar.