Zürcher Börse schließt leicht im Plus
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen, nachdem er zuvor drei Tage...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Donnerstag mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen, nachdem er zuvor drei Tage in Folge Verluste erlitten hatte. Der Gesamtmarkt fand den ganzen Tag über jedoch keine klare Richtung und der Leitindex SMI bewegte sich zwischen gut 9.430 und gut 9.490 Punkten auf und ab. Bei einzelnen Titeln gab es markante Ausschläge, wobei vor allem die Geberit-Papiere nach Umsatzzahlen positiv auffielen.
Die Investoren seien aktuell auf Richtungssuche, hieß es am Markt. Keine klaren Impulse vermochte am Nachmittag der US-Aktienmarkt zu setzen. Er dümpelte nach widersprüchlichen Konjunktursignalen vor sich hin. Vor dem letzten Handelstag der Woche deutet nun für den SMI vieles auf eine negative Wochenbilanz hin. Dem Leitindex fehlen aktuell fast 100 Punkte zum Vorwochenschluss.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Donnerstag 0,13 Prozent höher bei 9.452,35 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) zog inzwischen um 0,35 Prozent auf 1.555,00 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,07 Prozent auf 10.872,14 Stellen an. Von den 30 wichtigsten Titeln gingen 18 mit Gewinnen und 12 mit Verlusten aus dem Handel.
Tagesgewinner bei den Blue Chips waren Geberit, die um satte 6,5 Prozent anzogen. Das Sanitärtechnikunternehmen übertraf mit den Umsatzzahlen für 2017 die Konsenserwartungen zwar nur leicht. Händlern zufolge war im Vorfeld aber über eine Wachstumsenttäuschung gemutmaßt worden. Diese Spekulationen hätten sich nun nicht bewahrheitet. Die Papiere hatten zuletzt einen schweren Stand und sich dabei deutlich vom Allzeithoch entfernt, das im August markiert worden war.
Dahinter zogen die Großbankenaktien der UBS (+1,6 Prozent) am stärksten an. Für die Valoren hoben die Analysten der Credit Suisse das Anlagerating auf „Outperform“ an, weil sie von einer positiven Überraschung beim Neugeldzufluss im Segment der besonders reichen Kunden ausgehen. Die UBS wird am nächsten Montag Zahlen vorlegen. CS legten inzwischen mit 1,4 Prozent ebenfalls überdurchschnittlich zu, während Julius Bär „nur“ um 0,4 Prozent anzogen. Laut Händlern seien im Tagesverlauf Umschichtungen von Bär- zu UBS-Titeln zu beobachten gewesen.
Deutliche Avancen verzeichneten daneben noch die volatilen Aryzta (+1,5 Prozent) sowie Dufry (+1,2 Prozent). Bei Dufry gab ein Medienbericht zum Großaktionär HNA Auftrieb. Darin zeigte sich der chinesische Mischkonzern zuversichtlich, seine Finanzprobleme lösen zu können. HNA ist hoch verschuldet und auch wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur ins Visier der Behörden geraten.
Zum Kreis der Titel mit Avancen von mindestens 1 Prozent zählten am Schluss des Tages ansonsten nur noch Swiss Re (+1,0 Prozent).
Auf der Verliererseite verzeichneten ohne Nachrichten Lonza und Vifor (je -1,7 Prozent) die deutlichsten Einbußen. Die Vifor-Papiere hatten sich bisher seit Anfang Jahr im Feld der Blue Chips am besten entwickelt.
Dahinter folgen bei den Verlierern Adecco (-0,9 Prozent) sowie die beiden Luxusgüteraktien von Swatch (-0,9 Prozent) und Richemont (-0,5 Prozent). Händler verwiesen bei Swatch und Richemont auf eine nachlassende Dynamik bei den Einzelhandelsumsätzen im für beide Unternehmen wichtigen chinesischen Markt.
Eine Belastung für den Gesamtmarkt waren außerdem die beiden Schwergewichte Nestlé (-0,5 Prozent) und Novartis (-0,4 Prozent). Nestlé hatte am Vortag nach dem seit langem erwarteten Verkauf des US-Süßwarengeschäfts an die Ferrero-Gruppe noch klar zugelegt.
Das dritte Schwergewicht Roche vermochte sich zu stabilisieren und schloss 0,1 Prozent tiefer. Die Genussscheine des Pharmakonzerns waren an den letzten beiden Tagen arg gebeutelt worden, nachdem Konzernchef Severin Schwan mit vorsichtigen Äußerungen zum Geschäftsgang die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt hatte.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA539 2018-01-18/18:45