Hahnenkamm-Wochenende

Sanitäter: „Das Handy hat viel verändert“

© Thomas Boehm / TT

Angefangen hat alles mit zwei Rettungswagen und vier Sanitätern. Jetzt versorgen bis zu 200 Sanitäter die Zuschauer am Hahnenkamm-Wochenende. Erstmals arbeiten Rotes Kreuz und Samariterbund zusammen.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Ein intensives Wochenende liegt vor Markus Krenn und seinem Team. Krenn ist der Einsatzleiter des Roten Kreuzes beim Hahnenkammrennen. Nach sechs Jahren ist er das erste Mal wieder vor Ort, doch er zählt trotzdem zu den Urgesteinen des Rettungsdienstes beim Hahnenkammrennen. „Das erste Mal war ich 1993 dabei. Damals standen wir noch mit zwei Rettungsautos und vier Sanitätern hinter dem Zielhaus. Zwei waren für die Rennläufer zuständig und zwei von uns für die Zuschauer“, erinnert sich Krenn noch an die Anfänge des Rettungsdienstes beim Hahnenkammrennen.

Die Zahlen haben sich über die Jahre deutlich geändert. So sind es heuer etwa 170 Sanitäter und Notärzte, die an den drei Tagen im Zielbereich unterwegs sind. Zusätzlich noch einmal etwa 30 Sanitäter im Innenstadtbereich von Kitzbühel am Freitag und Samstag. Insgesamt ergibt das etwa 1200 Dienststunden, noch ohne Arbeitszeiten aus Vorbereitungen, Besprechungen, Auf- und Abbau bzw. Nachbearbeitung. Erstmals wird man den Sanitätsdienst auch gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariterbund (ASB) abwickeln. „Das war ein klarer Wunsch unserer neuen Führung, dass die Zusammenarbeit verstärkt wird. Es liegt auch nahe, denn gemeinsam können wir noch mehr leisten“, sagt Krenn. Die Zusammenarbeit mit dem ASB hat sich schon beim Biathlon-Weltcup im Dezember in Hochfilzen bewährt.

Aber nicht nur die Zahlen haben sich in den nun 25 Jahren verändert, auch die Einsätze. „Früher gab es kein Handy, wenn die Leute im Ziel gestürzt sind, haben sie Hilfe gesucht. Jetzt werden wir zu den Verletzten gerufen“, schildert Krenn. Auch gab es zu Beginn keinen Notarzt vor Ort. Erst 1999 war die erste Notärztin im Zuschauerbereich im Einsatz. „Da hatten wir dann genau in diesem Jahr auch eine Reanimation, dann war das mit dem fixen Notarzt am Samstag auch keine Diskussion mehr“, erinnert sich Krenn.

Zu den beiden Rettungsfahrzeugen gesellte sich schon bald ein Zelt, welches immer größer wurde, „und als der Skiclub dann diese Fläche gekauft hat, wurde auch das Einsatzzentrum verwirklicht“, erzählt Krenn. Das Einsatzzentrum wird aus Containern errichtet und steht im unteren Bereich des Zielgeländes. Untergebracht sind dort auch die Bergrettung und die Einsatzleitung von Rotem Kreuz, Bergrettung und Polizei. Damit ist die Zusammenarbeit problemlos. „Generell ist die Zusammenarbeit sehr gut, vor allem mit dem Kitzbüheler Skiclub“, betont Krenn.

In den vergangenen Jahren haben sich die Zahlen nicht mehr wesentlich verändert. Es sind über das Wochenende beständig zwischen 100 und 120 Einsätze, die verzeichnet werden. Ein großer Schritt sei aber gewesen, als die harten alkoholischen Getränke verboten wurden. „Das hat unsere Arbeit wirklich enorm erleichtert. Die Leute sind dadurch viel weniger aggressiv. Es gab Zeiten, da mussten wir Securitys mit unseren Sanitäter-Teams mitschicken“, so Krenn. Das gebe es nun nicht mehr. Auch sind damit die „Alkoholleichen“ fast verschwunden. Man sei aber nicht nur für die Verletzten da. „Wir sehen uns auch als Service an, wenn jemandem nicht wohl ist oder jemand Kopfweh hat zum Beispiel“, sagt Krenn.

Welche Verletzungen am häufigsten auftreten, hänge vom Wetter ab. „Wenn es nass geschneit hat, dann sind es vor allem Sturzverletzungen“, weiß der Einsatzleiter. Diese werden für das heurige Rennwochenende am meisten erwartet. Schnittverletzungen gebe es keine mehr, da Flaschen im Eventbereich, sowohl in der Stadt als auch im Ziel, verboten wurden.

Rekrutiert werden die Mitarbeiter für das Wochenende vor allem aus dem Bezirk. „Wir haben versucht, wieder gezielt die Leute aus unserem Bezirk zu aktivieren“, unterstreicht Krenn, und das sei auch wieder gut gelungen. Aber es kommen auch Helfer aus Oberösterreich und den Bezirken Kufstein und Schwaz. Zudem ist das Team sowohl mit jungen als auch erfahrenen Helfern gut durchmischt. Neu im Einsatz ist heuer auch ein eigener Quad des ASB München.

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