Bezirk Innsbruck Land

Thaur rüstet sich fürs Mullerlaufen

Ein farbenprächtiges Gesamtbild ist beim Thaurer Mullerlaufen garantiert.
© Thaurer Muller

Am 4. Februar geht der große Fasnachtsumzug der Martha-Dörfer in Szene. Die Veranstalter hoffen auf bis zu 10.000 Besucher. Bei den 600 aktiven Teilnehmern laufen die Vorbereitungen längst auf Hochtouren.

Von Michael Domanig

Thaur – Die fünfte Jahreszeit hat in Thaur Einzug gehalten – und das hat nichts mit den wechselhaften Außentemperaturen der letzten Wochen zu tun. Vielmehr ist Thaur am Sonntag, den 4. Februar, ab 13.30 Uhr wieder Schauplatz des großen Fasnachtsumzugs der Martha-Dörfer – erstmals seit fünf Jahren. „An allen Ecken und Enden des Dorfes herrscht Bewegung“, freut sich Schützenhauptmann Romed Giner. In Thaur tritt seit Jahrzehnten die Schützenkompanie als Veranstalter des traditionsreichen Mullerlaufens auf. Der Verein Thaurer Muller wickle dafür die Organisation des abendlichen „Patschenballs“ im Alten Gericht ab, erklärt Giner.

Faszinierenden Figuren wie der „Spiegeltuxer“ sind zu bewundern.
© Thaurer Muller

Im Hinblick auf den großen Umzug – Giner rechnet mit mindestens 600 Mitwirkenden und bei gutem Wetter mit ca. 10.000 Besuchern – seien die Vorbereitungen „voll auf Schiene“: Das Verkehrs- und Sicherheitskonzept stehe, der Feuerwehr- und Ordnerdienst ebenso. Und auch die Arbeiten an den insgesamt 14 traditionellen wie humoristischen Festwägen seien vielfach schon abgeschlossen. „Das Wetter ist derzeit der einzige Unsicherheitsfaktor“, meint Giner lachend.

Bei den Thaurer Mullern – die zusammen mit den Rumer Mullern und den Absamer Matschgerern im Mittelpunkt des Umzugs stehen – hat ebenfalls die heiße Phase begonnen. „Aufgeregt ist man immer, es ist jedes Mal etwas Neues“, sagt Vereinsobmann Michael Zarfl, „aber wir bereiten uns gut vor.“ Die meisten Teilnehmer hätten ihre Gewänder schon ausgebessert und aufgeputzt. „Sie können beim Verein den Schmuck kaufen, aber jeder ist selbst dafür zuständig, sein Gewand herzurichten.“ Die Proben für die Jungmuller wie auch die „Melcherprobe“ für die Erwachsenen haben bereits stattgefunden – schließlich gilt es die althergebrachten tänzerischen Schrittfolgen und Bewegungsabläufe der einzelnen Figuren wieder einzuüben. Auch erste Ausrückungen standen vergangene Woche schon an.

Auch der wilde „Zottler“ ist mit von der Partie.
© Thaurer Muller

Über die Frage, was die Faszination des Mullerlaufens ausmacht, muss Zarfl nicht lange nachdenken: „Es ist eine der wenigen großen, unverfälschten und traditionellen Fasnachten, die es in Tirol noch gibt.“ Das Mullen und Matschgern in den Martha-Dörfern wurde ja sogar von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Palette der Figuren, die die verschiedenen Jahreszeiten darstellen sollen, ist breit: Da ist etwa der „Weiße“, der diesmal das Fasnachtsplakat der Thaurer Künstlerin Patricia Karg ziert, da sind natürlich die prachtvollen Spiegeltuxer mit ihrem über 14 Kilogramm schweren Kopfschmuck. Spektakulär sind auch die Klötzler, die kleine Holzschindeln lautstark fliegen lassen, die blau gewandeten Zaggeler mit ihren Quasten und Glöckchen, die wilden Zottler in ihrem bunten Fransengewand, die Hexen, Affen und Bären. Als etwas Einmaliges hebt Zarfl aber die „Krameter“ hervor, mystische Gestalten mit bis zu 45 Kilogramm schweren Gewändern aus duftenden Wacholderstauden. Mit ihrem Besen – ebenfalls ein langer Wacholderast – „fegen“ sie den Platz für die nachfolgenden Figuren frei. „Die Krameter sieht man nur alle vier bis fünf Jahre beim großen Umzug, nicht bei anderen Ausrückungen“, betont Zarfl.

Tirolweit einzigartig ist der „Krameter“.
© Thaurer Muller

Etwas Besonderes haben sich die Veranstalter aber auch in sozialer Hinsicht einfallen lassen: Die Schützenkompanie spendet nämlich einen Euro pro verkauftem Eintrittsband an die Hospizgemeinschaft Tirol. Die Gemeinde habe bereits zugesagt, dass der Betrag verdoppelt wird, berichtet Romed Giner. In Hall entsteht derzeit bekanntlich das Hospizhaus Tirol. „Das traditionsreiche Mullerlaufen wirkt so also für ein zukunftsträchtiges Projekt“, meint Giner.

Der Eintritt für das Thaurer Mullerlaufen beträgt 7 Euro (Kinder unter 14 Jahren frei). Vorverkaufskarten gibt es bereits über oeticket.com.

Fasnachtstermine in der Region (Auswahl)

Fr., 26. Jänner, Innsbruck-Amras: 25. Matschgerer- und Mullerschaugn in Amras: Einlass im Gemeindesaal ab 18 Uhr, Beginn: 19 Uhr.

Di., 30. Jänner, Absam:

Matschgerer- und Mullerschaugn ab 19 Uhr im KiWi.

Do., 1. Februar, Rum:

Muller-schaugn ab 17 Uhr im FoRum (Jungmullerschaugn am 28. Jänner ab 13 Uhr ebendort).

So., 4. Februar, Thaur

: Großes Thaurer Mullerlaufen. Beginn: 13.30 Uhr.

Donnerstag, 8. Februar, Axams:

Unsinniger Donnerstag mit Wampelerreiten. Ab 13 Uhr, Dorfplatz.

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