Verein gegen Fahrverbote: “Sind zu Petition veranlasst“
Neuer Verein „IG Moto“ wehrt sich gegen mögliche Motorradfahrverbote. Schwarze Schafe würden Feindbild schüren. Land setzt auf Kommunikation.
Zams, Bach –Lechtal, Hahntennjoch, Namlostal und Piller Sattel: Alle Jahre wieder kommt aus „Konfliktzonen“ wie diesen ein Aufschrei der Anrainer. Wilde Motorradfahrerhorden würden das Leben zur Hölle machen.
„Dieses Feindbild sitzt leider tief in den Köpfen“, zeigt Motorradfan Kai Uwe Bürskens auf. Er betreibt in Bach (Lechtal) eines von 200 Bikerhotels in Tirol. In Zams haben ihn Motorradfreunde kürzlich zum Obmann des Vereins „IG Moto“ gewählt. In den Reihen der motorisierten Biker gebe es etwa fünf Prozent schwarze Schafe, die sich nicht an die Spielregeln halten würden. „Sie schüren das Feindbild. Damit werden wir alle in einen Topf geworfen und diskriminiert.“ Man distanziere sich entschieden von den schwarzen Schafen.
Weil das Land Tirol dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und Fahrverbote am Wochenende verhängen könnte, sah sich die „IG Moto“ veranlasst, eine Online-Petition einzurichten. „Wir haben fast 6000 Unterschriften“, freut sich Bürskens. In der Petition ist ein Plädoyer nachzulesen: „Wir möchten alle Moped- und Motorradfahrer auffordern, die Geschwindigkeitsbeschränkungen, vor allem in neuralgischen Zonen und Wohngebieten, unbedingt einzuhalten und damit aktiv zur Lärmvermeidung beizutragen.“
Bei den Behörden ist das Lärmproblem sattsam bekannt. „Wiederholt treffen Anrainer-Beschwerden ein“, schilderte Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf auf TT-Anfrage. Die Behörde habe u. a. Tempolimits gesetzt und Kontrollen angeordnet.
Ein Motorradfahrverbot sei nicht geplant, bestätigte der Leiter der Abteilung Verkehrsrecht, Bernhard Knapp. Rechtlich sei das gar nicht einfach. Vielmehr setze man auf Kommunikation und gemeinsame Lösungen mit allen Betroffenen. (hwe)