23 Jahre nach Tokioter U-Bahn-Anschlag Prozesse gegen Sekte beendet

Tokio (APA/dpa) - Rund 23 Jahre nach einem tödlichen Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn ist das letzte Gerichtsverfahren gegen Mitglied...

Tokio (APA/dpa) - Rund 23 Jahre nach einem tödlichen Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn ist das letzte Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der japanischen Endzeitsekte Aum Shinrikyo abgeschlossen worden. Der Oberste Gerichtshof wies am Freitag eine Klage des früheren Sektenmitglieds Katsuya Takahashi gegen seine von einem Gericht verhängte lebenslange Strafe für seine Beteiligung an dem Terroranschlag zurück.

Am 20. März 1995 hatten Mitglieder der Sekte unter dem Regierungsviertel der japanischen Hauptstadt in mehreren Zügen Plastiksäcke voll mit Sarin verteilt und aufgestochen und so das Nervengas freigesetzt. 13 Menschen starben, mehr als 6.000 wurden verletzt.

Der Drahtzieher und Gründer der Sekte, Shoko Asahara, sowie neun seiner Jünger wurden zum Tode verurteilt. Vollstreckt sind diese Urteile noch nicht. Vier weitere erhielten lebenslange Haftstrafen. Takahashi hatte sich 17 Jahre lang einer Festnahme entziehen können. Auch wenn sich die in „Aleph“ umbenannte Sekte von der Gewalt losgesagt hat, stehen ihre Anhänger weiter unter staatlicher Überwachung.