Im Keller versteckte Bausünde kam ans Licht
Ein Mayrhofner Gemeinderat baute den Keller seines Neubaus doppelt so groß wie genehmigt. Ein Verfahren zur Benutzungsuntersagung läuft.
Von Angela Dähling
Mayrhofen –Es sind naturgemäß die brenzligen, unangenehmen Dinge, die gerne unter den Teppich gekehrt werden. Oder, in Bezug auf Gemeinderatssitzungen, die erst im von der Öffentlichkeit abgeschirmten vertraulichen Teil einer Gemeinderatssitzung zur Sprache kommen.
So war es auch im Dezember in Mayrhofen. Wie Recherchen der Tiroler Tageszeitung ergaben, waren am 13. Dezember im nicht öffentlichen Teil der Sitzung mehrere Schwarzbauten in Mayrhofen Thema. Bei einem Lokal an der Hauptstraße kam es etwa wiederholt zu Baueinstellungen. Besonders pikant aber ist, dass der Bauherr eines der Schwarzbauten ein amtierender langjähriger Gemeinderat und angesehener Unternehmer ist.
Auf Nachfrage bei Bürgermeisterin Monika Wechselberger gibt sie sich ungewohnt zugeknöpft und verweist zur Einholung von Fakten dazu an ihr Bauamt. Laut Bauamtsleiter Andreas Walder geht es um ein einstöckiges Gebäude mit Keller, das der Mandatar im Herbst nach erfolgter Baugenehmigung nahe seinem Wohnhaus und Firmengebäude errichten ließ. Von außen sieht alles korrekt aus. Doch ein vom Baubescheid abweichender Plan, der Anfang Dezember in der Gemeinde einlangte, sorgte dann für Irritation. „In Folge stellte sich heraus, dass der Keller rund doppelt so groß wie verhandelt gebaut worden ist. Auch im Erdgeschoß gibt es gewisse Abweichungen von den Bauplänen. Zudem wurde ein Lift ohne Genehmigung eingebaut“, zählt Walder auf. Beim Landesverwaltungsgericht sei nun ein Verfahren rund um die Untersagung der Benutzung anhängig. Gegen den Bescheid sei vom Bauherrn Beschwerde erhoben worden. „Es gibt mehrere baupolizeiliche Verfahren, die alle gleich behandelt werden“, betont Walder. Nachsatz: „Das Ganze heißt auch nicht, dass der Bau des Mandatars nicht genehmigungsfähig wäre.“
Um eine Nachverhandlung sei von dem Unternehmer bisher nicht angesucht worden. Im vertraulichen Sitzungsteil erklärte der Mann laut der TT vorliegenden Informationen, er habe das überlastete Bauamt nicht gleich mit zusätzlicher Arbeit konfrontieren wollen. Zudem habe er die Abstandsbestimmungen nicht verletzt. Weiters verwies er darauf, dass es in der Vergangenheit öfters Abweichungen zwischen Baubescheiden und Bauausführungen gegeben habe und Tekturpläne dann halt nachgereicht worden seien.
Trotz mehrfacher Anfragen seitens der TT war der Mandatar nicht zu einer Stellungnahme bereit. Bauausschussobmann Vizebürgermeister Franz Eberharter war ebenfalls nicht erreichbar.