Litauen: „Fake News“ über Verteidigungsminister
Vilnius (APA/dpa) - Das litauische Nachrichtenportal tv3.lt ist nach eigenen Angaben im Zuge einer Cyberattacke dazu missbraucht worden, den...
Vilnius (APA/dpa) - Das litauische Nachrichtenportal tv3.lt ist nach eigenen Angaben im Zuge einer Cyberattacke dazu missbraucht worden, den Verteidigungsminister Raimundas Karoblis zu diskreditieren. Unbekannte hätten am Donnerstagabend auf der Webseite des Portals eine Falschnachricht platziert, der zufolge Karoblis einen Journalisten belästigt und sich als homosexuell geoutet haben soll.
„Es wurden falsche und diffamierende Informationen veröffentlicht“, sagte tv3.lt-Chefredakteur Arturas Anuzis der Agentur BNS. Die auf litauisch verfasste Falschmeldung erschien nach Angaben von Anuzis neun Minuten nach dem unerlaubten externen Zugriff auf der Webseite. Fünf Minuten später habe das Portal sie gelöscht.
Nach der Veröffentlichung wurde von den Hackern zudem eine E-Mail mit einem Link zu der Falschmeldung und Schadsoftware verschickt. Zu deren Empfängern gehörten die Regierung, Ministerien und Botschaften, teilte das staatliche Zentrum für Cybersicherheit mit.
Der Vorfall sei „ein weiterer Beleg dafür, dass wir unter den Bedingungen des Informationskriegs leben und jeder das Ziel von Fake News werden kann“, sagte Karoblis‘ Sprecherin der Agentur BNS.
Das Verteidigungsministerium kündigte eine Untersuchung an. Ersten Informationen zufolge wurde die IP-Adresse des Hackers nach Russland zurückverfolgt, was jedoch auch eine falsche Fährte sein kann.