EBEL

Play-off-Ticket mit Sorgenfalten

Mit einer cleveren Leistung fuhren die Innsbrucker Haie einen 4:1-Heimsieg gegen den KAC ein. Zum zweiten Mal in Serie führt der Weg direkt in die Play-offs. Bitter: Yogan landete mit Herzrasen im Spital.

Von Alex Gruber

Innsbruck — „Es ist ein Match mit Play-off-Atmosphäre", hatte Haie-Headcoach Rob Pallin vor dem Match diktiert. Und irgendwie war die Luft in der Tiroler Wasserkraft Arena am Freitag auch zum Schneiden. Es kribbelte an vielen Ecken und Enden. So wie's sein soll. Bei den Hausherren fehlten der erkrankte Lubomir Stach sowie Fabio Schramm.

Die besseren Chancen gehörten zunächst den Kärntner Rotjacken, doch Haie-Goalie Rene Swette parierte den ersten Hochkaräter von Thomas Koch (4.) ebenso wie zwei, drei andere Chancen.

Die Offensivpower der Innsbrucker ist in dieser Saison aber unbestritten. Nach der ersten guten Chance in Unterzahl durch Kevin Wehrs (10.) nutzte Hunter Bishop ein perfektes Zuspiel von Kapitän Tyler Spurgeon zum 1:0 (15.). Der 30-jährige Amerikaner ist seit Wochen vor dem Tor kalt wie ein Fisch. Und eine Traumkombination von Spurgeon und John Lammers hätte sich wenig später das 2:0 verdient. Stattdessen leitete ein Lindner-Schnitzer aber den Ausgleich ein. Die Haie antworteten aber postwendend und 21 Sekunden vor der ersten Drittelsirene: Nach überlegtem Pass von Andrew Clark vollendete Andrew Yogan wie Bishop links unten. Die Segel waren wieder gesetzt.

Im Mitteldrittel fuhr zunächst wieder der KAC an, hatte durch Richter, Koch oder Ganahl auch richtig dicke Sitzer, aber Swette machte sich erfolgreich im HCI-Kasten breit. Die Haie hatten kurioserweise die besten Szenen in Unterzahl, aber Clark (33.) und Lammers (38.) scheiterten. In Summe war man nach einem durchwachsenen Abschnitt immer noch obenauf. Den Dämpfer hatte es nur nach einer halben Stunde vom Parallelspiel in der Dornbirner Messehalle gegeben, weil die Graz 99ers in Vorarlberg mit 4:1 in Front lagen und somit zu diesem Zeitpunkt die vorzeitige Play-off-Qualifikation aus eigener Kraft nicht möglich war.

Egal. Die erste Angriffsreihe ist „on fire". 21 Sekunden nach Wiederanpfiff nutzte Bishop nach Lammers-und Spurgeon-Vorbereitung die Chance zum 3:1 und 22. Saisontreffer. Jetzt spielten die Haie cool, spuckten auch in einer Unterzahl Eiswürfel, und meldeten den Rekordmeister ab. Und Dornbirn glich im Ländle zum 5:5 aus. Die letzten zwei Minuten gab's stehende Ovationen, Clark traf noch ins leere Tor und in Dornbirn ging's in die Verlängerung. Damit war die vorzeitige Play-off-Qualifikation Gewissheit. Und die Haie spielen bis dato wieder eine unglaubliche Saison.

Die Gedanken war bei allem Jubel nach dem Match auch bei Andrew Yogan, der laut Erfolgscoach Rob Pallin mit Herzrasen ins Spital gebracht werden musste.