1942-2018

Reaktionen zum Tod von Ute Bock: “Zeigte, was Menschsein bedeutet“

Flüchtlingshelferin Ute Bock wurde nach ihrem Tod österreichweit geehrt.
© Flüchtlingsprojekt Ute Bock

Die Wiener Flüchtlingshelferin Ute Bock starb am Freitag nach kurzer Krankheit. Spitzenpolitiker von Bundespräsident Alexander Van der Bellen abwärts zeigten sich bestürzt.

Wien — Mit Bestürzung haben Politik und Zivilgesellschaft am Freitag auf die Nachricht vom Tod der Flüchtlingshelferin Ute Bock reagiert. Von Bundespräsident Alexander Van der Bellen abwärts wurde die Verstorbene gewürdigt. Schweigen herrschte indes - zumindest vorerst - rechts der politischen Mitte. Vertreter der FPÖ meldeten sich - vorerst - nicht zu Wort.

"Eine große Frau ist von uns gegangen", betonte Van der Bellen in einer Aussendung. Mit Ute Bock, Trägerin des goldenen Verdienstzeichens der Republik, verliere Österreich einen außergewöhnlichen Menschen. "Sie setzte sich Zeit ihres Lebens und bedingungslos für Flüchtlinge, für Menschen in Not ein", meinte er: "Ute Bock hat uns gezeigt, was Menschsein bedeuten kann. In ihren Projekten wird ihr Engagement weiterbestehen."

SPÖ-Chef Christian Kern bezeichnete sie als "moralische Instanz, deren Lebenswerk und unbedingtes Engagement beispielgebend ist. Mit Ute Bock verlieren wir eine ebenso starke wie mutige Frau, für die selbstlose Hilfe für die Schwächsten in der Gesellschaft immer eine Selbstverständlichkeit war".

Tief betroffen zeigte sich NEOS-Vorsitzender Matthias Strolz: "Mit Ute Bock geht eine starke Frau, die in beeindruckender Art und mit unerschütterlicher Überzeugung für Menschlichkeit und Mitgefühl gestanden ist", sagte er, und: "Unsere Republik verabschiedet sich von einer moralischen Instanz." Für die Liste Pilz trauerte Menschenrechtssprecherin Alma Zadic um Bock: "Ihre Stimme wird fehlen."

Auch der grüne Bundesvorstand bedauerte das Ableben. "Sie war eine kraftvolle, beharrliche und herzliche Kämpferin und langjährige Verbündete in Sachen Menschenrechte, gerade für Menschen, die nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen sind", betonen Bundessprecher Werner Kogler und Bundesvorstandsmitglied Alev Korun.

Keine Reaktion aus FPÖ

Bei der FPÖ, die der Flüchtlingshelferin stets mit vehementer Ablehnung begegnet war, herrschte indes Schweigen zu ihrem Tod.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) würdigte Bock im Kurznachrichtendienst Twitter als "eine der bekanntesten & engagiertesten Flüchtlingshelferinnen. Ihr langjähriger Einsatz & ihre Zivilcourage haben unser Land geprägt & verdienen unseren Respekt. Ich drücke den Angehörigen & Freunden meine tiefe Anteilnahme aus".

Seitens des Parlaments brachte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) seine Betroffenheit zum Ausdruck. "Ute Bock war, ist und bleibt ein leuchtendes Beispiel für Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft. In tiefer Anerkennung für ihre menschlichen Leistungen hoffe ich, dass ihre Haltung vielen von uns als Vorbild dient", teilte er via Social Media mit.

Aus der ÖVP meldete sich auch die frühere Innenministerin und nunmehrige niederösterreichische Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner zu Wort. "Ute Bocks menschlicher und persönlicher Einsatz sind unbestritten", meinte sie: "Ihr Engagement und ihre Hilfsbereitschaft werden unvergessen bleiben."

Lichtermeer am 2. Februar in Wien geplant

Würdigende Worte kamen vom Flüchtlingshochkommissariat UNHCR und der Caritas. "Ute Bock war für mich eine beeindruckende Frau und ein mutiger Mensch", reagierte Caritas-Präsident Michael Landau: "Es liegt an jeder und jedem Einzelnen von uns, diesem Vorbild zu folgen und uns für Menschen am Rande der Gesellschaft einzusetzen. Ute Bock wird fehlen. Sie fehlt schon jetzt."

Auch zu einer Gedenkveranstaltung wurde bereits aufgerufen: Am 2. Februar soll um 17 Uhr am Heldenplatz in Wien ein "Lichtermeer für Ute Bock" stattfinden, hieß es auf einer via Social Media verbreiteten Einladung des Vereins "Flüchtlingsprojekt Ute Bock" und von "Bock auf Kultur".