Ski alpin: Slalom-Chef Pfeifer: „Auf die anderen nicht vergessen“
Kitzbühel (APA) - Seit 2013 ist Marko Pfeifer Trainer von Österreichs Slalomfahrern im alpinen Ski-Weltcup. Der Kärntner formte eine schlagk...
Kitzbühel (APA) - Seit 2013 ist Marko Pfeifer Trainer von Österreichs Slalomfahrern im alpinen Ski-Weltcup. Der Kärntner formte eine schlagkräftige Truppe rund um die Eckpfeiler Michael Matt und Manuel Feller. Seriensieger Marcel Hirscher ist für ihn ein „Ausnahmekönner“. Es gebe aber „die Gefahr, dass man auf die anderen ein bisschen vergisst“, mahnte Pfeifer im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Vor den Heimrennen in Kitzbühel und Schladming sowie nicht mehr ganz ein Monat vor den Olympischen Spielen zeigte sich Pfeifer mit den bisherigen Leistungen seiner Schützlinge prinzipiell zufrieden. „Michi Matt bietet Marcel und Henrik Kristoffersen Paroli, er fährt um Podiums und Siege mit“, sagte er. „Bei Manuel Feller ist halt immer die Frage, ob er durchkommt. Aber er ist bei den Rennen, wo er ausgeschieden ist, jedes Mal auf Podiumskurs gewesen. Ich bin mir sicher, dass das heuer auch noch kommt, dass er auf dem Podium steht.“
Marco Schwarz und Christian Hirschbühl „sind in etwa bei Platz zehn zu Hause, haben es aber noch nie fehlerfrei runtergebracht. Da haben wir vier, fünf Leute, die unter die ersten zehn fahren, das ist schon ein starker Auftritt in der Gesamtheit“, meinte Pfeifer.
„Es wäre schön, wenn wir bei einem von den beiden Heimrennen neben Marcel einen am Stockerl haben. Das wäre mein Wunsch, das haben sie sich verdient“, betonte der Ex-Coach der schwedischen Slalom-Herren. Seriensieger wie Hirscher „braucht eh der Skisport. Aber es ist wichtig, auf die anderen nicht ganz zu vergessen, weil die bringen auch gute Leistungen im eigenen Land. Es ist oft die Gefahr, dass man auf die anderen ein bisschen vergisst. Dabei haben wir, glaube ich, eine sehr starke Slalom-Mannschaft.“
Schwarz und Hirschbühl seien noch mitten in einem Entwicklungsprozess. „Im Rennen ist es dann immer eine spezielle Sache. Da geht es auch um die Startnummern, außerdem ist es im Slalom schon eine brutale Dichte. Da gibt keiner nach. Man darf nicht nur die Ausnahmetalente wie Hirscher sehen, das sind alles Topergebnisse unter den zehn“, merkte der Trainer an. „Es geht nicht von heute auf morgen, dass ich konstant aufs Podium fahre.“
Das Potenzial von Schwarz, der auch Gefühl für das Speedfahren mitbringe, hob er besonders hervor, er stellte aber auch fest, dass es noch Aufholbedarf gebe. „Die skitechnische Breite ist nicht so groß, dass er bei jedem Rennen konkurrenzfähig ist. Wir wissen, bei gewissen Gelände- und Schneearten kann er richtig schnell fahren, und bei anderen sind wir bei Platz acht bis 15 zu Hause.“ Im Training werde permanent daran gearbeitet, diese Breite hinzubekommen.
Wer von den beiden Teil des Aufgebots für die Olympischen Spiele in Südkorea sein wird, sei vor Kitzbühel und Schladming noch offen. „Schwarz ist für die Kombi sicher ein Thema. Es kann ja sein, dass beide mitfahren und man das nachher beobachten wird. Ich glaube schon, dass die Jungs beide Potenzial hätten für einen Start“, gab sich Pfeifer ganz diplomatisch.
Verletzungen und die dadurch geringere Leistungsdichte im Riesentorlauf könnten durchaus dazu führen, dass mehr Slalom- als RTL-Spezialisten die Reise antreten. In diesem Fall stünden Schwarz und Hirschbühl auf der Liste der Nominierten. „Es kann sein, dass man sagt: Okay, der vierte Mann (im Riesentorlauf/Anm.) hat nicht wirklich Medaillenchancen, nehmen wir einen zusätzlichen Slalomfahrer her.“
Eine spannende Frage sei, was mit Riesentorläufer Philipp Schörghofer passiert, der ein Ticket erhalten könnte, ohne noch ein Rennen bestritten zu haben. Aufgrund von Knieproblemen verpasste der Salzburger die Saison bis hierher und will erst in Garmisch-Partenkirchen am nächsten Wochenende einsteigen. Da muss der Olympia-Kader theoretisch aber schon fixiert sein.
„Die Frage ist, was würde er wegnehmen? Und vor allem wie geht es ihm körperlich?“, erläuterte Pfeifer und berichtete, dass er nicht viel berichten könne. „Er fährt zweimal die Woche Ski, das weiß ich. Wie nahe er an der richtigen Rennform dran ist, das ist für mich auch schwer zu sagen.“ Ersatzkandidaten gebe es ein paar. „Es kann auch Matt Riesentorlauf fahren, es könnte ein (Matthias/Anm.) Mayer fahren. Das kannst du dir offen lassen, wenn du die Leute dort vor Ort hast.“