Papst Franziskus geißelt Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika

Trujillo/Vatikanstadt (APA/dpa/AFP) - Papst Franziskus hat während seines Besuches in Peru die Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika kritisie...

Trujillo/Vatikanstadt (APA/dpa/AFP) - Papst Franziskus hat während seines Besuches in Peru die Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika kritisiert. Die zahlreichen Fälle von Frauenmorden seien eine „Plage, die unseren amerikanischen Kontinent heimsucht“, klagte Franziskus am Samstag während einer Marienfeier auf dem zentralen Platz der Küstenstadt Trujillo im Norden des Landes.

„Es gibt so viele Fälle von Gewalt, die hinter so vielen Mauern verschwiegen werden“, sagte das geistliche Oberhaupt der Katholiken mit Blick auf häusliche Gewalt. Die Menschen müssten gegen diese „Quelle des Leids“ ankämpfen, forderte er „eine Gesetzgebung und eine Kultur der Ablehnung gegen jede Form von Gewalt“.

Laut UNO-Angaben liegt die Hälfte der 25 Länder mit den meisten Morden an Frauen weltweit in Lateinamerika. In Franziskus‘ Heimatland Argentinien wurden im vergangenen Jahr nach Behördenangaben mindestens 254 Frauen wegen ihres Geschlechts ermordet.

Zuvor hatte Franziskus seinen ersten öffentlichen Gottesdienst in Peru vor Hunderttausenden Gläubigen an einem Strand des Badeortes Huanchaco in Trujillo gefeiert. Er erinnerte dabei an die Flutopfer des Klimaphänomens „El Nino“ im Norden Perus Anfang 2017. Tausende Menschen sind immer noch obdachlos in der Region.

Am Abend seines dritten Tages in Peru wurde Franziskus in der Hauptstadt Lima zurück erwartet. Dort will der Pontifex am Sonntag seine einwöchige Lateinamerika-Reise mit einer Messe unter freiem Himmel abschließen. Der Besuch hatte er am Montag in Chile begonnen, am Donnerstag flog er ins Nachbarland Peru weiter.