Skispringen: Mehrere vor-olympische Baustellen im ÖSV-Team

Oberstdorf (APA) - Die österreichischen Skispringer kämpfen knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen mit einigen Problemen. Bis auf Ste...

Oberstdorf (APA) - Die österreichischen Skispringer kämpfen knapp drei Wochen vor den Olympischen Spielen mit einigen Problemen. Bis auf Stefan Kraft befindet sich keiner aus der Mannschaft von Cheftrainer Heinz Kuttin in Medaillenform. Zu den Sorgenkindern Gregor Schlierenzauer und Manuel Fettner kam bei der Skiflug-WM in Oberstdorf auch noch eine Armverletzung bei Michael Hayböck hinzu.

Kuttin muss sein Fünf-Mann-Aufgebot für Olympia bis Sonntagabend nennen, in die Karten blicken lassen wollte er sich vor der offiziellen Nominierung am Montag aber nicht. Er habe sein Quintett aber schon länger im Kopf, so Kuttin. „Man plant ja voraus, muss das Training, die Einkleidung und Angelobung organisieren. Ich möchte mich in Ruhe vorbereiten, es bekommen fünf Athleten das Vertrauen“, sagte der Kärntner in Oberstdorf.

Große Auswahl hat er unter seinen im Saisonverlauf immer wieder schwächelnden Athleten, die wie Schlierenzauer und Hayböck auch mit Verletzungspech kämpfen, freilich nicht. „Wirklich angeboten hat sich nur Kraft, da brauchen wir gar nicht reden, er war der einzige am Stockerl. Der Rest muss sich jetzt lang machen und Leistung bringen. So groß wird die Auswahl nicht sein, leider. Ich hätte es auch lieber anders gehabt, wie letztes Jahr.“

Kuttin verwies zum wiederholten Mal auf die reibungslose Saisonvorbereitung, nahm Fettner, Schlierenzauer sowie die für den fünften Olympiaplatz infrage kommenden Clemens Aigner und Manuel Poppinger aber auch in die Pflicht. „Wir haben da keine Fehler gemacht, die Burschen müssen aber selber auch ein bisschen das Herz in die Hand nehmen, da sind sie jetzt gefordert“, sagte Kuttin und verbreitete Optimismus. „Es wollte heuer einfach noch nicht sein. Jetzt gilt es positiv zu bleiben und daran glauben, dass was weitergeht.“

Denn bei seinem Topmann Kraft und auch den anderen - freilich auf bescheidenerem Niveau - fehle es nur an Nuancen. „Stefan hat gute Leistungen gebracht. Es spielen viele Kleinigkeiten zusammen, dass man den Schritt voraus ist, heuer sind wir den Schritt hinten nach. Da fighten wir jetzt schon sehr lange. Aber Kraft war schon sehr nahe dran“, meinte Kuttin nach dem vierten Platz des Doppelweltmeisters bei der Skiflug-WM.

Passiert bis Olympia nicht noch ein kleines Wunder, ist und bleibt der Salzburger aber wohl Kuttins einzige Olympiamedaillenhoffnung. Denn in der aktuellen Verfassung ist Teamedelmetall wohl nur schwer machbar. Dem einstigen Seriensieger Schlierenzauer und Fettner hatte Kuttin statt der WM ein Sondertraining verordnet, um bis zu den Winterspielen wieder in die Spur zurückzufinden. Für das Duo sei es besser gewesen, in Ruhe in Planica zu arbeiten, um dann in Zakopane „voll dazustehen“, wie es Kuttin formuliere. Dort macht der Weltcup am kommenden Wochenende zum vorletzten Mal vor Olympia Station. Eine Woche später folgt noch Willingen.