78. Hahnenkammrennen

Kitzbühel jubelte über ein (fast) perfektes Wochenende

Zehntausende Zuschauer verwandelten am Sonntag den Ganslernhang in einen Hexenkessel.
© Thomas Böhm

Das Kitzbühel-Wochenende begeisterte 90.000 Zuschauer vor Ort und allein am Samstag bis zu 1,54 Millionen TV-Zuseher. Eine goldene Gams verdienten sich allerdings auch die stillen Helfer im Hintergrund der Rennen.

Thomas Dreßen: Ein deutscher Erfolg bei der legendären Abfahrt über die Streif — damit hätte man nicht rechnen dürfen. Womit man jetzt rechnen darf: Euphorie bei den anstehenden Speed-Rennen in Dreßens Nachbargemeinde Garmisch und großes Interesse seitens der deutschen Öffentlichkeit. Etwas, das der auf wenige Favoriten beschränkte Abfahrtssport bitter nötig hat.

Norwegen: Zwei der drei goldenen Gämse gingen am Hahnenkamm-Wochenende auf das Konto der Norsker. Aksel Lund Svindal gewann im Super-G, Henrik Kristoffersen im Slalom - nur in der Abfahrt blieben die "Elche" ohne Podestplatz.

ÖSV-Erfolge: Ein dritter Platz im Super-G (Matthias Mayer), ein dritter in der Abfahrt (Hannes Reichelt) und zu guter Letzt ein zweiter im Slalom (Marcel Hirscher): Das Ergebnis der Österreicher und Leistungen wie jene von Vincent Kriechmayr konnten sich durchaus sehen lassen. Aber ein Kitz-Wochenende schmeckt mit einem Heimerfolg noch einmal süßer.

Die Hirscher-Fans waren nur unschwer zu erkennen.
© Thomas Böhm

Massenauflauf: Die Hahnenkammrennen bleiben ein Anziehungspunkt für die Massen (90.000), die heuer neuerdings in Strömen die Stadt frequentierten. Auch die Promi-Dichte — wenngleich auch viele der C- und D-Kategorie — lassen sich den Besuch der zahlreichen VIP-Fixpunkte nicht entgehen. Zur Freude der Touristiker, zur Freude der regionalen Unterkunftsgeber.

TV-Quoten: Bis zu 1,54 Millionen Zuschauer (Spitzenwert) waren bei der Abfahrt via ORF eins live dabei (durchschnittlich 1,34 Millionen/73 Prozent Marktanteil). Selbst der abendliche „Landkrimi"-Rekord (907.000) wurde in den Schatten gestellt. Der Streif-Vorjahreswert wurde überboten, die Latte für den Schladminger Nachtslalom (Dienstag) liegt hoch.

Pistenrutscher: Die Uhrzeit spielte keine Rolle. Eine SMS vom Kitzbüheler Ski-Club reichte und schon setzte sich eine Hundertschaft an geeichten Skifahrern in Bewegung, um den Super-G (Freitag) und die Abfahrt (Samstag) mit Kanteneinsatz zu retten. Geld gab es dafür keines, wiederum wurde die Bedeutung des Ehrenamts augenscheinlich ...

Selbstbeherrschung: Nicht jeder Kitzbühel-Gast behielt den Überblick über die von ihm konsumierte Alkoholmenge. Peinliche und mitunter gefährliche Momente — etwa beim unfreiwilligen Pistenrodeln über den Streif-Zielschuss — waren die Folge. Was für ein Segen, dass man sich vor Jahren darauf verständigte, keine harten Getränke mehr auszuschenken.

Zwei goldene Gämse gingen diesmal nach Norwegen, eine nach Deutschland. Österreich musste sich mit einem zweiten und zwei dritten Plätzen begnügen.
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