Kitzbühel jubelte über ein (fast) perfektes Wochenende
Das Kitzbühel-Wochenende begeisterte 90.000 Zuschauer vor Ort und allein am Samstag bis zu 1,54 Millionen TV-Zuseher. Eine goldene Gams verdienten sich allerdings auch die stillen Helfer im Hintergrund der Rennen.
Thomas Dreßen: Ein deutscher Erfolg bei der legendären Abfahrt über die Streif — damit hätte man nicht rechnen dürfen. Womit man jetzt rechnen darf: Euphorie bei den anstehenden Speed-Rennen in Dreßens Nachbargemeinde Garmisch und großes Interesse seitens der deutschen Öffentlichkeit. Etwas, das der auf wenige Favoriten beschränkte Abfahrtssport bitter nötig hat.
Norwegen: Zwei der drei goldenen Gämse gingen am Hahnenkamm-Wochenende auf das Konto der Norsker. Aksel Lund Svindal gewann im Super-G, Henrik Kristoffersen im Slalom - nur in der Abfahrt blieben die "Elche" ohne Podestplatz.
ÖSV-Erfolge: Ein dritter Platz im Super-G (Matthias Mayer), ein dritter in der Abfahrt (Hannes Reichelt) und zu guter Letzt ein zweiter im Slalom (Marcel Hirscher): Das Ergebnis der Österreicher und Leistungen wie jene von Vincent Kriechmayr konnten sich durchaus sehen lassen. Aber ein Kitz-Wochenende schmeckt mit einem Heimerfolg noch einmal süßer.
Massenauflauf: Die Hahnenkammrennen bleiben ein Anziehungspunkt für die Massen (90.000), die heuer neuerdings in Strömen die Stadt frequentierten. Auch die Promi-Dichte — wenngleich auch viele der C- und D-Kategorie — lassen sich den Besuch der zahlreichen VIP-Fixpunkte nicht entgehen. Zur Freude der Touristiker, zur Freude der regionalen Unterkunftsgeber.
TV-Quoten: Bis zu 1,54 Millionen Zuschauer (Spitzenwert) waren bei der Abfahrt via ORF eins live dabei (durchschnittlich 1,34 Millionen/73 Prozent Marktanteil). Selbst der abendliche „Landkrimi"-Rekord (907.000) wurde in den Schatten gestellt. Der Streif-Vorjahreswert wurde überboten, die Latte für den Schladminger Nachtslalom (Dienstag) liegt hoch.
Pistenrutscher: Die Uhrzeit spielte keine Rolle. Eine SMS vom Kitzbüheler Ski-Club reichte und schon setzte sich eine Hundertschaft an geeichten Skifahrern in Bewegung, um den Super-G (Freitag) und die Abfahrt (Samstag) mit Kanteneinsatz zu retten. Geld gab es dafür keines, wiederum wurde die Bedeutung des Ehrenamts augenscheinlich ...
Selbstbeherrschung: Nicht jeder Kitzbühel-Gast behielt den Überblick über die von ihm konsumierte Alkoholmenge. Peinliche und mitunter gefährliche Momente — etwa beim unfreiwilligen Pistenrodeln über den Streif-Zielschuss — waren die Folge. Was für ein Segen, dass man sich vor Jahren darauf verständigte, keine harten Getränke mehr auszuschenken.