Halbe Tonne Kokain in Tiroler Privatjet entdeckt

Die Maschine der Tyrolean Jet Services war in Kolumbien gestartet und nach der Landung nahe London durchsucht worden. Das Unternehmen distanziert sich von dem Vorfall.

Der Jet war in Bogota, Kolumbien, gestartet und am Farnborough Airport außerhalb von London gelandet.
© National Crime Agency

London – Es ist einer der größten Funde dieser Art in Großbritannien: In einem Tiroler Privatjet wurde am Montag auf einem Flughafen südwestlich von London rund eine halbe Tonne Kokain entdeckt. Die Drogen im Wert von über 50 Millionen Pfund (etwa 57 Millionen Euro) waren in 15 Koffern in dem aus Kolumbien kommenden Flugzeug versteckt. Fünf Männer, darunter zwei britische Brüder, zwei Spanier und ein Italiener, wurden festgenommen.

Das Kokain war in 15 Koffern versteckt.
© Border Force

Das Flugzeug, mit dem die Drogen transportiert wurden, gehört zur Flotte der Tyrolean Jet Services mit Sitz in Innsbruck, wie das Unternehmen am Mittwoch einen Bericht der britischen Daily Mail bestätigte.

„Wir können bestätigen, dass nach einem Charterflug von Südamerika nach England verbotene Substanzen im Gepäck der Passagiere von der Grenzkontrollbehörde gefunden wurden“, hieß es in einer Stellungnahme der Tyrolean Jet Services (TJS) gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Man habe keinerlei Verbindungen zu den Passagieren und distanziere sich ausdrücklich von diesem Vorfall, betonte das Unternehmen. TJS habe mit den Behörden kooperiert und Crew sowie Flugzeug seien nach kurzer Zeit wieder freigegeben worden.

In Klebeband eingewickelte Päckchen

Die Drogen wurden bereits am Montag bei einer Durchsuchung des Flugzeugs kurz nach der Landung am Farnborough Airfield rund 55 Kilometer südwestlich von London sichergestellt. Die Beamten des Grenzschutzes hatten bei der Befragung der Passagiere Verdacht geschöpft und anschließend die Maschine und das Gepäck durchsucht.

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In den Koffern wurden nach Angaben der Grenzschtzbehörde schließlich 34 bis 37 in Klebeband eingewickelte Päckchen entdeckt. Eines davon sei angestochen worden, worauf ein weißes Pulver austrat, das positiv auf Kokain gestestet wurde.

Die Behörde geht davon aus, dass die Drogen für den Markt in Großbritannien bestimmt waren. Die Beamten „haben verhindert, dass eine beträchtliche Menge an Drogen auf unseren Straßen landet und unserer Gemeinschaft unermessliches Elend und Schaden zufügt“, sagte der Leiter der Behörde, Mike Stepney.

Mehrere Hausdurchsuchungen

Gegen die fünf Verdächtigen wurde Anklage wegen Drogenschmuggels erhoben. Bei Hausdurchsuchungen in Bournemoth an der Südküste Englands wurden zudem mehrere Computer und Handys beschlagnahmt. (TT.com)


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