Stögers emotionale Rückkehr zur alten Liebe Köln

“Natürlich ist das alles andere als ein normales Spiel für mich“, gestand Dortmund-Trainer Peter Stöger vor dem Kräftemessen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber.

Peter Stöger könnte in Dortmund über den Sommer hinaus im Amt bleiben.
© gepa

Köln — Es wird emotional werden und wahrscheinlich auch ein wenig rührselig. Es wird Umarmungen geben, die Fans des FC Köln werden in Erinnerungen schwelgen oder sich über das ungewohnte Bild von Peter Stöger mit gelb-schwarzer Baseball-Cap ärgern. Doch FC-Geschäftsführer Armin Veh hat vor Stögers Rückkehr zu seiner alten und immer noch währenden Liebe eines ganz unemotional klargestellt: Sollte der Tabellenletzte am Saisonende in die 2. Liga müssen, sei das zu einem guten Teil die Schuld des Ex-Trainers. Der heute mit Borussia Dortmund (20.30 Uhr/Eurosport) in Köln antritt. Und nach 78 Spielen mit rot-weißer Brille und FC-Hoodie dort erstmals in Schwarz-Gelb an der Seiten­linie stehen wird.

Stögers Amtszeit sei sehr erfolgreich gewesen, sagte Veh im kicker: „Das war alles gut. Das letzte Halbjahr aber eben nicht. Dieses halbe Jahr wird — wenn wir absteigen — der Grund dafür sein."

Ein "Auswärtsspiel daheim"

Aus seiner Emotionalität vor dem „Auswärtsspiel daheim" macht Stöger kein Geheimnis: „Natürlich ist das alles ander­e als ein normales Spiel für mich." Und ein bisschen unbehaglich ist ihm auch. „Ich weiß selbst nicht genau, wie ich mich fühlen und mit der Situation umgehen werde." In die falsche Kabine werde er sicher nicht laufen. „Aber es wird trotzdem schwierig."

Deshalb war es Stöger wohl recht, dass das Thema während der Woche etwas in den Hintergrund rückte. Doch nun ist Dortmunds Problemfall Pierre-­Emerick Aubameyang an den FC Arsenal verkauft, was der Coach als „gute Geschichte" bezeichnete: „Weil wir jetzt endlich mehr Ruhe haben." Dafür gerät nun Stögers Rückkehr in den öffentlichen Mittelpunkt.

Bei aller Emotionalität hat das Spiel für beide wegweisenden Charakter. Der FC könnte mit einem Sieg zumindest für eine Nacht zum Vorletzten Hamburger SV aufschließen. Der BVB, bei dem Aubameyang-Ersatz Michy Batshuay­i wohl in der Startelf stehen wird, ist nach fünf Bundes­ligaspielen unter Stöger zwar noch ungeschlagen, in diesem Jahr nach drei Unentschieden aber immer noch sieglos und nur Sechster. Die Qualifikation für die Champions League, das weiß auch der nach jetzigem Stand nur bis zum Saisonende beim BVB arbeitende Stöger, „ist ein absolutes Muss". (dpa, w.m.)

Deutsche Bundesliga - 21. Spieltag

Freitag, 20.30 Uhr: 1. FC Köln - Borussia Dortmund

Samstag, 15.30 Uhr: Hertha BSC - 1899 Hoffenheim, SC Freiburg - Bayer Leverkusen, Schalke 04 - Werder Bremen, Mainz 05 - Bayern München, Wolfsburg - VfB Stuttgart

Samstag, 18.30 Uhr: Mönchengladbach - RB Leipzig

Sonntag, 15.30 Uhr: FC Augsburg - Eintracht Frankfurt

Sonntag, 18.00 Uhr: Hamburger SV - Hannover 96


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