Kokain in Tiroler Jet: Maurer und Koch als Schmuggler

Der Schmuggel von 500 Kilo Kokain in einem Tiroler Jet war laut Grenzpolizei das Werk der organisierten Kriminalität.

© National Crime Agency

Von Thomas Hörmann

London –Wer sind die Männer, die für etwa 100.000 Euro einen Tiroler Privatjet mieten, um damit eine halbe Tonne Kokain von Bogota (Kolumbien) nach England zu schmuggeln? „Kein Kommentar zu unseren Passagieren“, verweist ein Sprecher von Tyrolean Jet Service auf die Aussendung des Unternehmens. Darin wird bestätigt, dass „nach einem Charterflug von Südamerika nach England verbotene Substanzen im Gepäck der Passagiere von der Grenzkontrollbehörde gefunden wurden. TJS hat keinerlei Verbindung zu den Passagieren.“

Etwas mehr wissen offenbar die britischen Medien über die geheimnisvollen Passagiere: So soll es sich bei den inhaftierten Schmugglern um zwei südenglische Maurer, einen spanischen Frisör und einen italienischen Koch handeln. Über den fünften Verdächtigen wurde nur verlautbart, dass er ebenfalls aus Spanien stammt. Bei der Ankunft am Flughafen von Farnborough seien die Passagiere befragt worden, gab die britische Grenzpolizei bekannt: Dabei habe sich ein Verdacht ergeben. Ein begründeter Verdacht – die Beamten fanden etwa 500 Kilo Kokain im Wert von 57 Mio. Euro in den 15 Koffern. Die Behörde sprach von einem schweren Schlag gegen das organisierte Verbrechen.

Vor drei Jahren sorgte ein noch größerer Kokainschmuggel mit (erzwungener) Tiroler Beteiligung für Schlagzeilen: Damals befand sich eine Unterländer Stewardess an Bord eines Schweizer Privatflugzeugs, mit dem 1,8 Tonnen des Suchtgifts von Südamerika nach Afrika geschmuggelt werden sollten. Die von den Schmugglern erpresste Crew erstattete noch während des Fluges Anzeige. Das Kokain wurde nach der Landung in Spanien beschlagnahmt.

Dass Privatjets verstärkt für den Schmuggel von Drogen verwendet werden, kann Silvia Kahn vom Bundeskriminalamt nicht bestätigen. Privatjet-Passagiere erhalten auch keine Sonderbehandlung, sondern werden kontrolliert wie alle anderen, versichert ein Innsbrucker Polizeibeamter.

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