Drei inhaftierte Katalanenführer rufen Vereinte Nationen an

Barcelona/Madrid (APA/AFP) - Drei inhaftierte Katalanenführer rufen im Ringen um ihre Freilassung die Vereinten Nationen an. Der abgesetzte ...

Barcelona/Madrid (APA/AFP) - Drei inhaftierte Katalanenführer rufen im Ringen um ihre Freilassung die Vereinten Nationen an. Der abgesetzte katalanische Vizepräsident Oriol Junqueras sowie zwei Anführer von Unabhängigkeits-Gruppierungen, Jordi Cuixart und Jordi Sanchez, wollen ihren Fall vor die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen bringen, wie ihr Anwalt Ben Emmerson am Donnerstag in London sagte.

„Ihre Inhaftierung durch Spanien ist ein Affront gegen die Menschenrechte und hat zum Ziel, sie daran zu hindern, ihre Rolle als politische Vertreter des katalanischen Volkes zu erfüllen“, sagte Emmerson.

Es gehe nicht darum, dass die Vereinten Nationen sich mit der Frage einer Unabhängigkeit Kataloniens befassen sollten, betonte der Anwalt. Die Vereinten Nationen müssten aber klarstellen, „dass Regierungen abweichende politische Meinungen nicht durch willkürliche Inhaftierung unterdrücken können.“ Die drei Katalanenführer waren im Oktober wegen ihrer Rolle bei den Unabhängigkeitsbestrebungen der Region festgenommen worden.

Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen ist ein Expertengremium, das zum UN-Menschenrechtsrat gehört. Seine Schlussfolgerungen sind nicht bindend. 2016 sorgte das Gremium für Aufsehen, als es urteilte, das jahrelange Exil von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London sei eine „willkürliche Inhaftierung“.

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~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA376 2018-02-01/14:20


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