Mehr Werbung des Tourismus „nach innen“

Früher Winter, volle Betten: Die Touristiker zeigen sich zufrieden. Sorgen bereiten Fachkräftemangel und die Tourismus-Gesinnung der Bürger.

© Paschinger

Imst –„Ganz Tirol hat Schnee, alle haben einen guten Winter“, freut sich der Imster Hotelier und Obmann des Imst Tourismus, Hannes Staggl. Deshalb dürfe man den leichten Rückgang im Ötztal und Pitztal nicht zu ernst nehmen. „Abgerechnet wird sowieso zum Schluss“, ergänzt Edmund Auer vom Naturhotel Waldklause in Längenfeld.

Der Bezirksbesuch von Tirols Fachgruppensprecher Mario Gerber in Imst wurde am Freitag zum Anlass genommen, um einen ersten Tourismus-Stammtisch zu eröffnen. Auch Joachim Eiter vom Jerznerhof gesellte sich dazu – und so konnte sich Gerber, selbst Chef eines Hauses im Kühtai, einen Überblick verschaffen: „Ich möchte in die Regionen hineinhören. Jeder Bezirk hat eigene Herausforderungen.“

Knapp vier Millionen Nächtigungen zählt der Bezirk Imst im Winter mit seinen 43.000 Gästebetten. Sölden liegt mit 2,6 Mio. Nächtigungen pro Jahr noch vor Innsbruck an der Spitze. Im Sommer hat der Bezirk mittlerweile ebenfalls stark aufgeholt und die Nächtigungen auf 2,1 Mio. gesteigert. „Die Hotellerie hat die Chancen des Sommertourismus erkannt und viel investiert. Waren die Tourismushochburgen vor wenigen Jahren nach Winterschluss verwaist, gibt es jetzt im Bezirk mit 40.000 Betten ein ähnlich breites Angebot wie im Winter. Nur bei den Preisen gibt es noch Spielraum nach oben“, analysiert Gerber die Region.

Neben dem Fachkräftemangel sind es im Bezirk Imst auch Themen wie die Tourismusgesinnung, die Gerber unter den Nägeln brennen. In Imst wurde gestern etwa die Lehrlingsausbildung angesprochen. Da könne man sich vorstellen, an der Dauer oder auch an der Lehrlings­entschädigung („natürlich nach oben“) zu drehen.

Ein weiteres Zukunftsthema ist für Gerber die Tourismuswerbung nach innen. „Wir müssen neben dem Gast auch die Einheimischen auf unserem Weg mitnehmen. Das ist eine der Lehren aus der Olympia-Befragung“, fordert Gerber eine eigene Stabsstelle bei der Tirol Werbung. Es gehe dabei darum, „aufzuzeigen, welche Vorteile der Einzelne durch den Tourismus hat – nicht nur, was der Tourismus leistet“.

Daneben war auch der Verkehr Thema: Fernpass- und Tschirganttunnel „sind uns seit Jahren wichtig“, meint Auer und freut sich über die Unterstützung von LH Günther Platter. (TT, pascal)


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