Venezuelas Sozialisten kürten Maduro zum Präsidentschaftskandidaten

Caracas (APA/AFP/dpa) - Die regierende Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) hat am Freitag Staatschef Nicolas Maduro offiziell z...

Caracas (APA/AFP/dpa) - Die regierende Vereinte Sozialistische Partei Venezuelas (PSUV) hat am Freitag Staatschef Nicolas Maduro offiziell zu ihrem Kandidaten bei der anstehenden Präsidentschaftswahl nominiert. Der von seiner Frau Cilia Flores begleitete Maduro nahm die per Akklamation erfolgte Nominierung an. Hunderte Parteimitglieder riefen „Ja“.

„Ich nehme die Kandidatur der PSUV an, um Venezuela zum Höchsten zu führen“, sagte der Präsident auf dem Parteikongress. „Wir werden ein Paradies schaffen, ein glückliches Vaterland.“ Maduro regiert das südamerikanische Land seit 2013. Die Präsidentenwahl soll vor dem 30. April stattfinden, der genaue Wahltermin wurde noch nicht festgelegt.

Der Vizechef der Partei, Diosdado Cabello, nannte den 55-jährigen Maduro einen „Genossen mit untadeligem revolutionären Verhalten“. Er fügte hinzu: „Ich habe keinerlei Zweifel, dass wir siegen werden.“

Im vergangenen Jahr hatte Maduro das von der Opposition kontrollierte Parlament durch eine regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung entmachten lassen. Zahlreiche Staaten und internationale Organisationen werfen der Regierung in Caracas den Aufbau eines autoritären Systems vor.

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Ende Jänner beschloss das Parlament, die ursprünglich für Dezember geplante Wahl auf einen Termin vor dem 30. April vorzuverlegen. Das Oppositionsbündnis Tisch der demokratischen Einheit (MUD) wurde per Beschluss des Obersten Gerichtshofs von der Wahl ausgeschlossen. Zahlreiche Regierungsgegner sind von der Wahl ausgeschlossen, in Haft oder ins Ausland geflohen. Und obwohl viele Venezolaner unzufrieden mit der Regierung sind, droht der Opposition bei der Präsidentenwahl eine herbe Niederlage.

In dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduros linksnationalistischer Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Bei gewaltsamen Zusammenstößen von Regierungsgegnern mit den Sicherheitskräften wurden im vergangenen Jahr 125 Menschen getötet.


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