Schützen zu Baumgartner-Einladung: „Auch beim Papst gäb‘s Kritiker“

Südtirols Landeskommandant verteidigt Einladung Felix Baumgartners als Gedenkredner.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Von Benedikt Mair

Innsbruck, Meran –Durch einen Sprung aus fast 39 Kilometern Höhe erlangte er weltweite Berühmtheit. In der Folgezeit machte Felix Baumgartner häufiger durch sexistische und fremdenfeindliche Postings auf seiner Facebookseite von sich reden. Auf Einladung des Südtiroler Schützenbundes wird der gebürtige Salzburger am 18. Februar in Meran aufschlagen, um die Festrede bei der alljährlichen Andreas-Hofer-Gedächtnisfeier zu halten.

Elmar Thaler, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, sind die Entgleisungen Baumgartners durchaus bekannt – unter anderem hatte sich Baumgartner als Bewunderer der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften „Identitären Bewegung“ geoutet. „Der Schützenbund muss ja nicht alle Ansichten Baumgartners teilen. Die Einladung ist erfolgt, weil er ein Mensch ist, der viel erreicht hat – obwohl es ihm niemand zugetraut hätte“, erklärt Thaler.

Die in den sozialen Medien aufgetauchte Frage, welche der erbrachten Leistungen Baumgartner dazu befähigen würden, eine Gedenkrede für den Tiroler Nationalhelden zu halten, lässt Thaler nicht gelten. „Viele Jahre haben wir Politiker eingeladen. Jetzt fanden wir, dass es an der Zeit sei, uns auch andere Perspektiven anzuhören.“ Außerdem seien die Persönlichkeiten Hofers und des Stratosphären-Springers „in gewisser Weise ähnlich. Baumgartner gibt nicht nach und steht zu seinen Überzeugungen. Hofer hat das auch getan.“

Den Skeptikern rät der Südtiroler Schützenkommandant: „Kommt hin, hört es euch an. Und dann reden wir weiter und bewerten die Rede. In einer pluralistischen Gesellschaft muss aber jeder seine Meinung sagen dürfen.“ Und ganz ohne Meckern würde die Festrede sowieso nie über die Bühne gehen: „Auch wenn wir den Papst einladen würden, gäbe es Kritiker.“

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Der Landeskommandant der Tiroler Schützen, Fritz Tiefenthaler, will die umstrittene Personalie übrigens nicht kommentieren: „Wir mischen uns nicht ein, wen die Südtiroler einladen und sie tun das bei uns auch nicht.“


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