Erste Goldmedaille! Gleirscher machte die Sensation perfekt

Im Weltcup noch nie auf dem Stockerl, gelang David Gleirscher bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang der goldene Coup.

David Gleirscher ließ seinen Emotionen bei der Flower Ceremony freien Lauf.
© APA

Pyeongchang - Der Stubaier David Gleirscher eroberte am Sonntag bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die erste rot-weiß-rote Medaille. Der 23-Jährige, der im Weltcup zuvor noch nie auf dem Podest gestanden war und als bestes Ergebnis Rang vier zu Buche stehen hat, holte Gold!

Nach dem ersten Lauf in Führung, fiel er zwar zwischenzeitlich auf die Plätze zwei und drei zurück, mobilisierte im Finish aber noch einmal alle Kräfte. Und profitierte von den Fehlern der Konkurrenz. Sowohl der nach drei Läufen führende deutsche Doppelolympiasieger Felix Loch als auch der US-Amerikaner Chris Mazdzer patzten. Mazdzer wurde schließlich 0,026 Sekunden hinter Gleirscher Zweiter, Gold-Favorit Loch musste sich gar nur mit Platz fünf zufriedengeben. Bronze ging an den Deutschen Johannes Ludwig (0,230).

Gleirscher: "Ich bin sprachlos"

"Ich bin sprachlos, was da jetzt gerade passiert ist, ist Wahnsinn!", konnte es Gleirscher beim Sieger-Interview nicht fassen. Mit Freudentränen in den Augen rang der Tiroler nach Worten: "Der Lauf war wieder recht gut, aber mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet." Vor der Entscheidung war der Sportsoldat noch auf Rang drei gelegen.

Mit dem Druck der guten Ausgangslage habe er gut umgehen können. "Es war mehr Vorfreude da, ich habe versucht, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Das ist mir gut gelungen." Der erste Dank ging an Freundin Larissa und Sohn Leon (7 Monate): "Danke auch an die gesamte Familie und das Betreuerteam, das mich immer unterstützt hat."

Erster Gratulant: Wolfang Kindl herzte Olympiasieger David Gleirscher gleich nach der Zieleinfahrt.
© REUTERS

Nach dem langen Wettkampftag erwartet Gleirscher nun auch noch ein Party-Marathon. Ob er dafür überhaupt noch Kraft habe, wurde er gefragt. "Das wird sich heute ausgehen müssen", grinste der Goldmedaillengewinner.

Erste Einsitzer-Medaille seit 2002

"Wir haben gewusst, dass unsere Herren in die Medaillenränge fahren können. Dass es dann gleich Gold wird, ist sensationell", freute sich ÖRV-Sportdirektor Markus Prock, der 2002 in Salt Lake City mit Silber für die letzte österreichische Medaille im Herren-Einsitzer gesorgt hatte. Zuletzt Gold hatte es für die rot-weiß-rote Equipe vor 50 Jahren 1968 durch Manfred Schmid bei den Spielen in Grenoble gegeben.

Mitfavorit Wolfgang Kindl kam über Rang neun nicht hinaus, Reinhard Egger wurde 15. Bei beiden überstrahlte die Freude mit dem Teamkollegen die persönliche Enttäuschung. "Das ist etwas, das passiert nicht jeden Tag. Es ist schwierig, da Worte zu finden. Wenn es einmal bei einem selbst nicht so läuft, dann freut man sich mit dem Zimmerkollegen mit. Es freut mich, dass ich der Erste sein durfte, der ihn feiern durfte", erklärte Kindl. (pim)

Rodeln - Einsitzerbewerb der Herren

1. David Gleirscher (AUT) 3:10,702 Minuten (47,652 Sek./47,835/47,584/47,631)

2. Christopher Mazdzer (USA) + 0,026 Sekunden

3. Johannes Ludwig (GER) 0,230

4. Dominik Fischnaller (ITA) 0,232

5. Felix Loch (GER) 0,266

6. Samuel Edney (CAN) 0,319

7. Kevin Fischnaller (ITA) 0,352

8. Roman Repilow (OAR) 0,406

9. Wolfgang Kindl (AUT) 0,431

10. Andi Langenhan (GER) 0,731

Weiter: 15. Reinhard Egger (AUT) 1,225

1 von 9

Voll Konzentration am Start: Als Dritter ging David Gleirscher im Finale ins Rennen.

© AFP

Keine perfekter, aber ein solider Lauf - als einziger Athlet aus dem Spitzentrio baute der Tiroler keinen schweren Schnitzer ein.

© AFP

>

Kommentieren


Schlagworte