Nach Rodel-Sensation: Goldfeier am Stubaier Dachboden

Während David Gleirscher zu Olympia-Gold rodelte, fieberten Freundin Larissa und Sohn Leon am Telfer Dachboden mit der Familie mit. Der Kindl-Fanklub stimmte beim Public Viewing kurzerhand neue Töne an.

Fieberten in Telfes mit dem Olympiasieger mit: Bruder Nico, Freundin Larissa mit Sohn Leon, Mama Sabine und Papa Gerhard.
© Gleirscher

Von Roman Stelzl und Manuel Lutz

Telfes, Innsbruck –Als Felix Loch mit seiner Rodel die Wand des Eiskanals touchierte, ging ein Ruck durch den kleinen Dachboden der Familie Gleirscher in Telfes, der an diesem Tag gut besucht war. „Es ist unglaublich, ein Wahnsinn, dass Felix Loch so einen Fehler macht, damit rechnest du ja niemals“, floss die Freude als Wortschwall aus Gerhard Gleirscher, Ex-Weltmeister und Vater des frischgebackenen Olympiasiegers David. „Wir freuen uns alle riesig für David, das ist einfach großartig“, legte Bruder Nico Gleirscher nach, selbst ein Weltklasse-Rodler, der nur knapp die Olympia-Qualifikation verpasst hatte.

Als der 23-jährige Stubaier dann mit Tränen in den Augen zur Siegerehrung schreitet und im Interview noch sagt: „Danke an die Familie“, mussten auch die etwa 25 Leute auf dem umgebauten Dachboden kurz schlucken. Mit Bierbänken wurde kurzfristig improvisiert, quasi ein kleines Public Viewing für den engsten Kreis installiert. Mit den T-Shirts „Stubaier Naturbua“ schickten sie einen heimatlichen Gruß nach Südkorea, war doch auch das Fernsehen vor Ort dabei und filmte das Geschehen.

Beim Public Viewing im Bierstindl waren rund 100 Wolfgang-Kindl-Fans dabei.
© Michael Kristen

Freundin Larissa fieberte mit dem sieben Monate alten Sohn Leon auf dem Schoß aus der Ferne mit. Als Glücksbringer diente den beiden das offizielle Maskottchen der Olympischen Spiele in Südkorea. Es sollte wohl eine gute Entscheidung gewesen sein. „Wir haben schon gejubelt, als er den dritten Platz erreicht hat, das war schon eine riesengroße Sache“, erklärt Papa Gerhard. Und auch der Tourismusverband wollte es sich nicht nehmen lassen und stellte sich als erster Gratulant ein. „Eine riesengroße Freude“, hieß es da. „Das ist für uns der erste Olympiasieger, den wir als TVB effektiv unterstützt haben.“

Im Bierstindl fanden sich indes rund 100 Wolfgang-Kindl-Fans beim Public Viewing ein. Der Frühschoppen wurde musikalisch von der „Fanmusik Wolfgang Kindl“ umrahmt. Als mit Gleirscher Kindls Zimmernachbar zur Goldmedaille raste, war der Jubel groß, ein extra komponiertes Siegerlied wurde kurzerhand auf Neo-Olympiasieger David umgeschrieben. Organisator Franz Micheler, Kindls Schwiegervater in spe, freute sich für den Überraschungsmann und sprach stellvertretend für den ganzen Kindl-Fanklub: „Unglaublich. Wir freuen uns so sehr für David.“

Thomas Bachler vom Bobverband fieberte bei der Entscheidung ebenfalls im Bier­stindl mit und meinte mit einem Grinsen: „Unglaublich, dass Österreich die erste Medaille im Eiskanal geholt hat. Jetzt hab’ ich für die Bob-Bewerbe noch ein besseres Gefühl.“

Bernhard und Martina Steu waren so wie Leonie und Teresa Schmid und Tirols Rodlerin Nina Prock (v.?l.) in Pyeongchang als erste Gratulanten vor Ort.
© Madl

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