Innsbrucker Uni-Senat diskutierte über Burschenschafter

Innsbruck – Eine Arbeitsgruppe des Senats der Universität Innsbruck hat sich gestern erstmals mit dem Ehrentitel für die fakultativ schlagen...

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Innsbruck –Eine Arbeitsgruppe des Senats der Universität Innsbruck hat sich gestern erstmals mit dem Ehrentitel für die fakultativ schlagende Burschenschaft Skalden beschäftigt. Das bestätigte der Vorsitzende des Universitätsgremiums, Ivo Hajnal, auf Anfrage der TT. Bekanntlich haben die grünen Studenten einen Antrag auf Aberkennung des Ehrentitels gestellt. Weil sich die rechtliche Situation geändert hat, kann der Antrag jedoch aus formalen Gründen nicht angenommen werden. „Der Antrag wird in eine Bitte umformuliert, dieser werden wir nachkommen“, betont Hajnal.

Der Senatsvorsitzende stellt jedoch klar, dass die aktuelle Universitätsführung keinerlei Beziehung zu Burschenschaftern habe. „Wir haben bereits recherchiert und versucht, die Vorgänge rund um die seinerzeitige Wiederverleihung des Ehrentitels an die Skalden 1983 zu durchleuchten.“ Nach wie vor sei unklar, auf welcher Basis der Senat jedoch Anfang der 1980er-Jahre entschieden habe. Generell steht die Frage im Raum, ob die Skalden die Bezeichnung Universitätssängerschaft überhaupt führen dürfen. „Aber rechtlich ist vieles noch unklar“, bestätigt Hajnal.

Der Vorsitzende verweist gleichsam auf den Fall der schlagenden akademischen Burschenschaft Brixia. Mitglieder der Brixia verteilten 1988 an der Universität Innsbruck die rechtsextreme Broschüre „1938. Lüge und Wahrheit. Weder Opfer noch Schuld“. Daraufhin erstattete der Senat Anzeige und wollte die Bezeichnung „akademisch“ aberkennen. Laut Hajnal habe sich der Senat damals sehr intensiv mit den Vorgängen auseinandergesetzt und dem Rektorat eine Distanzierung von der Brixia empfohlen. Hajnal: „Wie bereits angekündigt, werden wird alle Sachverhalte sehr genau prüfen“. (pn)

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