Bezirk Kufstein

Hochwasseropfer in Wörgl fordern mehr Tempo

Vor vier Jahren marschierten Hochwasseropfer vor dem Innsbrucker Landhaus auf.
© Rottensteiner

13 Jahre nach der Hochwasserkatastrophe in Wörgl ist die Geduld der damaligen Opfer erschöpft. Sie erinnern LH Günther Platter an ein Versprechen, der verweist auf „Blockierer“ unter den Gemeinden.

Von Wolfgang Otter

Wörgl –2005, als der Inn eine Hochwasserkatastrophe verursachte und in Folge in Wörgl ein Damm brach, versank ein ganzer Stadtteil in Schlamm und Wasser. Bald formierte sich eine Bürgerinitiative, die einen Schutzdamm forderte. 4000 Unterschriften von Betroffenen und Unterstützern wurden gesammelt. Neun Jahre nach der Katastrophe und nach zahlreichen politischen Diskussionen, stellte LH Günther Platter einen Baubeginn des Dammes bis 2018 in Aussicht. Die Fachabteilungen begannen auch mit der Planung – und zwar nicht nur eines Dammes für die Stadt Wörgl, sondern ein 250 Millionen teures Schutzprogramm zwischen Brixlegg und Angath, mit umfangreichen Bauten und Retentionsflächen (die TT berichtete). Das Projekt ist in der finalen Planungsphase, aber trotzdem gibt es noch gewaltige Stolpersteine. Radfeld, Kundl und Angath haben noch nicht ihre Zustimmung zum Wasserverband gegeben, der für den Bau notwendig ist, die Verhandlungen mit den Grundbesitzern für die Retentionsflächen, auf denen im Fall eines Hochwassers Wasser „geparkt“ wird, sind noch immer nicht abgeschlossen.

Nachdem die Bürgerinitiative um Gerhard Unterberger, Stadtarzt Josef Schernthaner, Hannes Fischer und Peter Weich sich in Geduld geübt hat, will sie jetzt mehr Tempo in der Umsetzung sehen. In einem Schreiben erinnern sie LH Günther Platter, dass dieser „mit Handschlag versprochen hat, dass bis 2018 ganz sicher der Damm fertig gestellt ist“. Doch für die Initiative „gibt es nicht einmal Anzeichen, dass diese Zusage erfüllt werden kann, da auch die Bereitstellung der Retentionsflächen immer noch nicht abgeschlossen ist“. Die Betroffenen in Wörgl seien über diese Verzögerung wütend und sehr enttäuscht. „Vor allen Dingen, dass der Normalbürger mit seiner Liegenschaft in der roten Zone liegt, aber rundherum munter gebaut wurde und wird“, schreibt das Quartett und erklärt weiter: „Dies geschieht immer mit einer Ausnahmegenehmigung mit Sonderauflagen des Wasserbauamtes Kufstein. Wenn ein normaler Bürger unseres Stadtteiles nur eine Garage bauen möchte, gibt es einen negativen Bescheid, bzw. ein Schreiben der Gemeinde. Wir haben volles Verständnis für die Befürchtungen und Sorgen der Landbesitzer, aber in unserem Stadtteil hängen persönliche Schicksale daran. Haushalte, die alles verloren haben und wieder verlieren könnten, vor allem den Mut und den Glauben an die Zukunft“, erklärt Unterberger gegenüber der TT. Seitens des Landes hat sich bereits LR Josef Geisler bei der Initiative gemeldet. Er versichert und verspricht auch weiterhin, „dass ich und die Abteilungen des Landes nach wie vor mit Hochdruck daran arbeiten, den Hochwasserschutz für Wörgl und die anderen sieben Gemeinden so rasch wie möglich umzusetzen“.

Das ist der Initiative zu wenig, sie will seitens des Landes endlich ein genaues Datum hören, wann der Damm für Wörgl fertig ist. „Wir möchten ein Datum dafür, keine Versprechungen“, ärgern sich die Wörgler.

Landeshauptmann Günther Platter meinte dazu bei einer Pressekonferenz gestern in Kufstein: „Wir haben alles vorbereitet, wir sind bereit. Aber wir brauchen die Gemeinden dazu. Da brauchen wir nicht Blockierer, sondern Ermöglicher. Wenn blockiert wird in einer Gemeinde, kann man uns nicht in die Geiselhaft nehmen, dass das eine oder andere nicht umgesetzt wird.“ LA Alois Margreiter, der die Umsetzung des Hochwasserprojektes übernommen hat („Es braucht nicht nur Wörgl“) erklärt, dass man kurz vor dem Durchbruch stünde. Derzeit sei man auch dabei, die Wünsche in die Pläne einzuarbeiten.

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