Matt rast von Platz zwölf zu Bronze, Gold an Schweden Myhrer

Nach Marcel Hirscher im ersten Durchgang schied im Finale auch Henrik Kristoffersen aus. So war der Weg zu Gold für Andre Myhrer frei. Michael Matt jubelte über Bronze.

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Zwei, die ihr Glück kaum fassen konnten: Bronzemedaillen-Gewinner Michael Matt gratulierte Slalomsieger Andre Myhrer.
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Von Michael Pipal

Yongpyong - Riesenüberraschung im Slalom der Herren: Während die Top-Favoriten Marcel Hirscher (1. Durchgang) und Henrik Kristoffersen (2. Durchgang) am Donnerstag ausschieden, jubelte Andre Myhrer über Gold. Der 35-jährige Schwede verwies den Schweizer Ramon Zenhäusern (+ 0,34 Sekunden) und den Tiroler Michael Matt (+ 0,67) auf die Plätze zwei und drei.

"Ich war ein bisschen nervös am Start, dann habe ich mir gesagt, dass ich einfach Spaß haben will. Es ist unglaublich, ich kann es nicht fassen", sagte Myhrer, der vor den Augen von König Carl Gustaf für das erste schwedische Slalom-Gold bei Olympia seit Ingemar Stenmark 1980 in Lake Placid sorgte.

Auch Matt hatte mit den Emotionen zu kämpfen, suchte mit brüchiger Stimme und feuchten Augen nach den richtigen Worten. "Einer nach dem anderen ist zurückgefallen, ich konnte gar nicht hinschauen. Erst als Henrik wirklich unterhalb vom Tor war, habe ich an die Medaille glauben können", erzählte der 24-Jährige im ORF-Interview von den bangen Minuten im Ziel. Nach dem ersten Lauf war der Flirscher nur auf Rang zwölf gelegen, mit Bestzeit im zweiten Durchgang gelang ihm noch der große Wurf.

Medaillensatz im Hause Matt komplett

"Jetzt haben wir Gold, Silber und Bronze", schickte Matt auch noch Grüße nach Hause. Seine Brüder Mario (Gold/Slalom/Sotschi 2014) und Andreas (Silber/Ski Cross/Vancouver 2010) hatten bei Winterspielen bereits Edelmetall eingeheimst.

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Hirscher war bereits im ersten Durchgang ausgeschieden. "Die ganze Woche im Slalom war schlecht - das ist das Endresultat. Eigentlich war ich chancenlos von oben weg", sagte der ÖSV-Superstar im Ziel. Die zwei Goldenen aus der Kombi und dem Riesentorlauf würden den Ärger aber dämpfen: "Ich war schon mehr angefressen. Summa summarum waren das grandiose Olympische Spiele." Die beiden anderen ÖSV-Slalom-Starter hatten mit der Entscheidung nichts zu tun: Marco Schwarz belegte Rang elf (+1,20), Manuel Feller wurde 15. (+1,39).

Endstation: Marcel Hirscher schied beim Olympia-Slalom im ersten Durchgang aus.
© gepa

"Wenn man gewinnen will, muss man Vollgas fahren. Ich war etwas zu spät dran, dann habe ich im nächsten Schwung einen Schlag bekommen. So ist das Leben", beschrieb Kristoffersen seinen verhängnisvollen Fehler nach Halbzeitführung. Lange hadern wollte der Norweger nicht: "Dass man einmal in der Saison im Slalom ausscheidet, ist ganz normal. Schade, dass es bei Olympia war."

Als letzter Alpin-Bewerb steht am Samstag noch der Teambewerb auf dem Programm. Österreichs Herren schicken das Trio Feller, Schwarz und Matt an den Start. Die ÖSV-Damen nominierten Stephanie Brunner, Katharina Gallhuber und Katharina Liensberger für das Rennen.


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