Auftakt zur Passionszeit

Von Markus Hauser...

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Von Markus Hauser

Imst –Die Ansprüche, welche das Oberländer Vokalensemble Vocalcube unter der Leitung von Andreas Egger an sich gestellt hat, sind fürwahr sehr hoch. Um es vorwegzunehmen: Diesen Ansprüchen werden die elf Sängerinnen und Sänger in jeder Beziehung gerecht.

Franz Liszts 1879 vollendete und erst 1929 uraufgeführte Vertonung des Kreuzwegs Jesu für Klavier, Soli und Chor, „Via Crucis“, gibt es so gut wie nie zu hören. Am Samstag bot sich dazu die Gelegenheit in der Pfarrkirche Imst. Die collageartige Zusammenstellung verschiedener Stile wie Hans Leo Haßlers „Mein G’müt ist mir verwirre“ (als „O Haupt voll Blut und Wunden“ im evangelischen Kirchengesang bekannt) im Kontext von ambrosianischem Gesang und Liszts eigenen Schöpfungen galt damals als avantgardistisch. Im Ausdruck von Schmerz, dem Verstummen in der Ausweglosigkeit, im Zeichen karger Melodien voller chromatischer Wendungen lotet Liszt für dieses Genre die Grenzen musikalischer Möglichkeiten aus. Sehr reflektiert und ausgefeilt begegnet Vocalcube diesen Klangwelten. Die Haltung der Interpreten ist geprägt von Expressivität und Ernsthaftigkeit. Die Solisten Katharina Egger und Mathias Gastl setzen souverän Akzente. Der große Part des Klaviers ist bei René Schützenhofer in allerbesten Händen. Wie er die exzentrischen Klangwelten Liszts begreift und umsetzt, zeigt von großem Stilgefühl. Nicht weniger inspiriert und inspirierend, getragen von großer Emotionalität, durfte man Franz Schuberts „Der Tod und das Mädchen, Coronach – Totengesang der Frauen und Mädchen“ sowie die Vertonung Psalm 23 erleben.

Eine Einstimmung auf das Osterfest, das gerade in Imst ereignisreich ist: Am Palmsonntag werden wieder die längsten Palmlatten Tirols aufgestellt, in der Karwoche wählen Tausende den spirituellen Gang über’s Bergl.

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