Peter Hase: Kaninchen, die um Karotten kämpfen

Will Gluck verfilmte Beatrix Potters Bilderbuch „Peter Hase“ als Animationsvergnügen für die ganze Familie.

© Sony

Innsbruck –Die großen Schlachten zwischen Tier und Mensch sind geschlagen, wobei sich Eichhörnchen, Zebra, Bär oder Pinguin in den Animationsabenteuern menschliche Eigenschaften aneignen mussten, um gegen Ignoranz oder gar Niedertracht der Menschen bestehen zu können. Mittlerweile hat die digitale Tricktechnik einen Standard erreicht, dass sich die mit dem Computer generierten Bilder nicht mehr vom Realfilm unterscheiden lassen. In Will Glucks „Peter Hase“ überflügeln die „computer generated images“ sogar die realen Bilder, zumal die Tiere die Menschendarsteller an die Wand spielen.

Zuerst einmal ist nichts gegen Mr. McGregor (Sam Neill), der sein Leben dem kulinarischen Hedonismus gewidmet hat, zu sagen. Sicher, diese Kleingartenmentalität kommt etwas unsympathisch rüber, aber Hase, Fuchs und Schweinchen fletschen statt weißer Zaunlatten ihre Zähne, schließlich lauert hinter jedem Baum ein Fressfeind. Aber dann schnappt sich McGregor Peter Hases Vater und lässt sich die Kaninchenpastete schmecken. Die Jeansjacke des Hopplers weht als Trophäe und Vogelscheuche vor dem Cottage. Damit werden die Raubzüge in McGregors Garten zu einer persönlichen Angelegenheit. Irgendwann fordert die Völlerei ihren Tribut, Peter Hase heftet sich den Herztod des Feindes auf seine Fahne.

Thomas McGregor (Domhnall Gleeson), der Erbe des Landgutes, sieht als verwöhnter Großstadtmensch keine Hasen-, sondern eine Rattenplage. Der schlampige Umgang mit der Sprache erlaubt ihm ohne moralische Skrupel die Anschaffung von elektrischen Zäunen und Dynamit. Begeistert nehmen die Kaninchen die Kriegserklärung an, zudem können sie auf Unterstützung aus der Wildnis zählen. Damit es bei den folgenden Gemetzeln nicht zum Äußersten kommt, ist einerseits der Altersfreigabe (Jugendfrei) und andererseits der begehrenswerten Nachbarin geschuldet. Bea (Rose Byrne) lebt als Malerin in einem bescheidenen Haus, in ihrer Vorstellung von der Welt existieren weder Grenzen noch Zäune. Als Figur ist Bea auch ein Gruß an die Autorin und Illustratorin Beatrix Potter, die ihren Bilderbuchklassiker „Peter Rabbit“ 1902 veröffentlicht hat.

Im Wettlauf um die Zuneigung der Nachbarin hat das Kaninchen so lange die Nase vorn, bis sich der Schnösel aus der Stadt die friedliche Koexistenz zwischen Tieren und Menschen zu eigen macht. Im Original erzählt Margot Robbie als Kaninchen Flopsy die herzerwärmende Geschichte vom Ausbruch des Krieges im Gemüsegarten. Außerdem ist sie derzeit als kriminelle Eiskunstläuferin Tonya Harding in „I, Tonya“ zu sehen. (p. a.)


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