Schleichender Seelenstriptease

Innsbruck – Ganz leise und liebevoll spricht er sie an – und redet sich zusehends in Rage. Dann säuselt er wieder, fleht um Verständnis, flü...

Ein getriebener Triebtäter: Philipp Rudig zieht in dem Monologstück „Gespräch mit einer Toten“ im Theater „Sieben&Siebzig“ alle Register.
© Theater Sieben&Siebzig

Innsbruck –Ganz leise und liebevoll spricht er sie an – und redet sich zusehends in Rage. Dann säuselt er wieder, fleht um Verständnis, flüchtet sich ins Erklären, bemüht sich, nicht zu brüllen – und brüllt trotzdem. Philipp Rudig zieht in dem Monologstück „Gespräch mit einer Toten“ alle Register. Er spielt einen Getriebenen, einen Triebtäter: ungemein zerbrechlich und unheimlich bedrohlich. Nach und nach entblättert er sich, gibt Obsessionen preis, beichtet Bluttaten, brüstet sich hilflos damit. Regisseurin Agnes Maier findet sachliche Bilder für den vom deutschen Dramatiker Klauspeter Bungert verfassten Seelenstriptease: Auf allzu Offensichtliches wird verzichtet, die Spannung entwickelt sich schleichend. Die erste Erwachsenenproduktion des neuen Theaters „Sieben&Siebzig“ in der Innsbrucker Gumppstraße soll im Herbst wiederaufgenommen werden. (jole)


Kommentieren


Schlagworte