Netanyahu während Maas-Besuch zu Korruptionsaffäre befragt

Tel Aviv (APA/dpa) - Während der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) Israel besucht, ist der dortige Ministerpräsident Benjamin Netanyah...

Tel Aviv (APA/dpa) - Während der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) Israel besucht, ist der dortige Ministerpräsident Benjamin Netanyahu laut Medienberichten erneut zu Korruptionsvorwürfen befragt worden. Ermittler sprachen parallel mit ihm und seiner Frau Sara, wie israelische Medien am Montag berichteten.

Neyanjahu wird verdächtigt, Israels größtem Telekommunikationsunternehmen Bezeq Vorteile gewährt zu haben. Im Austausch dafür soll ein zum Konzern gehörendes Medium positiv über ihn berichtet haben.

Es geht nach den Medienberichten zudem um den Vorwurf, dass die Netanyahus die Ermittlungen behindert hätten. Auch Netanyahus Sohn Jair soll demnach befragt werden. Anfang des Monats war ein zweiter Vertrauter Netanyahus eine Kronzeugen-Vereinbarung in dem Fall eingegangen.

Es sei darum gegangen, „eine Internetseite mit dem Ziel einer besseren Berichterstattung einzuspannen“, hatte Judith Tirosch vom Büro des Generalstaatsanwaltes erklärt. Im Gegenzug habe es rechtliche Begünstigungen durch das Kommunikationsministerium, den damaligen Kommunikationsminister Netanyahu und den Generaldirektor des Ministeriums gegeben.

Die Vorteile, die Bezeq verschafft worden seien, hätten sich auf bis zu eine Milliarde Schekel (rund 233 Mio. Euro) summiert. Netanyahu gab das Ministeramt 2017 ab. Nach gut einjährigen Ermittlungen hatte Israels Polizei bereits im Februar eine Anklage Netanyahus wegen Korruption empfohlen.

Der Regierungschef hat stets jegliches Fehlverhalten bestritten. Alle Entscheidungen zu Bezeq seien von einem Expertengremium getroffen worden. Es gebe eine „Hexenjagd“ gegen ihn und seine Familie.

Seit Sonntag besucht Deutschlands Außenminister Maas Israel. Er soll am Nachmittag Netanyahu treffen.