Pflege - Steiermark und S starten Ausbildung für 500 Interessierte
Graz (APA) - Im Rahmen der Steirischen Pflege-Stiftung werden im April die ersten Ausbildungen gestartet. Ziel der Stiftung ist es, in zwei ...
Graz (APA) - Im Rahmen der Steirischen Pflege-Stiftung werden im April die ersten Ausbildungen gestartet. Ziel der Stiftung ist es, in zwei Jahren rund 500 Personen für den Pflegebereich zu qualifizieren. Die Kosten von 2,8 Millionen Euro teilen sich Land, S und die im Pflegebereich tätigen Firmen. Dies teilten Land, AMS und WK am Montag in Graz mit. Man wolle auch mehr Männer für die Ausbildung motivieren.
Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) sagte, man starte am 9. April mit der Ausbildung der ersten Interessenten, wie im Dezember angekündigt. „Es braucht mehr Menschen, die in diesem Beruf arbeiten. Wir starten mit 235, etwa der Hälfte der rund 500 Auszubildenden, die haben auch eine Jobgarantie. Und jetzt ist es einmal umgekehrt, wir streben einen Männeranteil von 20 Prozent an“, sagte die Landesrätin. „Wir haben in der Obersteiermark teilweise schon Heime, in denen Mitarbeiter fehlen. Deshalb nehmen wir gemeinsam 2,8 Millionen Euro in die Hand, eine Million Euro vom Land, 1,2 Millionen von den Firmen, 0,6 Millionen vom Arbeitsmarktservice“, rechnete die Pflegereferentin vor. Das vom AMS entwickelte Modell entlaste sowohl Sozialsystem als auch die angespannte Personalsituation in der Pflege.
Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) sagte, „20 Prozent Männeranteil in der Pflege sind tatsächlich ein ambitioniertes Ziel“. Er sei bei etlichen Pflege-Diplomverleihungen dabei gewesen, da habe er oft in seiner Ansprache gesagt: „Sehr geehrter Herr Diplomand, sehr geehrte Frau Diplomandinnen.“ Nutznießerinnen der Ausbildung zusätzlicher Kräfte seien letztlich die Bewohner der Pflegeheime. Das Land habe sich ja im Herbst nicht nur auf ein neues Verrechnungsmodell, sondern auch auf eine neue Personalausstattung geeinigt. „Das heißt, es gibt zusätzliche 800 Kräfte bis 2020. Die Steiermark sei da am unteren Rand im bundesweiten Vergleich bei der Personalausstattung gewesen. Man habe auch die Höherqualifizierung des Personals von Pflege- zu Pflegefachassistenten in Gang gebracht.
AMS Steiermark-Chef Karl-Heinz Snobe sagte, die Umsetzung des Vorhabens sei aufwendig gewesen, aber gut und rasch gegangen. „Wir haben bereits Betriebe und deren Bedarf erfragt, regionalisiert, wir wissen sehr genau, was wo benötigt wird.“ In Zukunft sei in der Pflege ein starker Kräftemangel zu erwarten, konstatierte Snobe. Zur Ausbildung sagte er, dass die Teilnehmer in den Schulungen von sechs bzw. zwölf Monaten ihre AMS-Bezüge weiter erhielten, plus 120 Euro Stipendium monatlich. Voraussetzungen zur Teilnahme seien ein Alter von mindestens 18 Jahren, positiver Pflichtschulabschluss, keine massiven gesundheitlichen Einschränkungen und ausreichende Deutschkenntnisse, mindestens der Stufe B1. Unter den 235 Startern seien 40 Männer.
Martin Hoff, Obmann der Fachgruppe Gesundheitsbetriebe in der WK Steiermark, bezeichnete es als sehr erfreulich, dass man in der relativ kurzen Zeit nach der Einigung schon kurz vor der Umsetzungsphase sei. Eine Jobgarantie könne man alleine schon wegen Personalmangels geben.
Laut Snobe sei der Arbeitskräftemangel am eklatantesten in der östlichen Obersteiermark von Mürzzuschlag bis Bruck/Mur. Es gebe Unternehmen, die könnten wegen zu wenig Personal gar nicht alle Betten anbieten. Zielsetzung sei es Snobe zufolge, dass mindestens 80 Prozent der Teilnehmer positiv abschließen. Bei der Automotivstiftung des Landes und Magna seien es rund 91 Prozent. Kampus zufolge werden die Ergebnisse der Stiftung - die nur eine von mehreren Maßnahmen zur Joboffensive im Pflegebereich sei - nach Abschluss evaluiert. Mit einer Fortsetzung könnte eventuell weiterer Kräftebedarf abgedeckt werden.