Giftaffäre - Tschechien weist drei russische Diplomaten aus

London (APA) - Tschechien weist drei russische Diplomaten aus, das haben Premier Andrej Babis und Außenminister Martin Stropnicky auf einer ...

London (APA) - Tschechien weist drei russische Diplomaten aus, das haben Premier Andrej Babis und Außenminister Martin Stropnicky auf einer außerordentlichen Pressekonferenz am Montag mitgeteilt. Grund ist der kürzlich erfolgte Giftanschlag auf einen russischen Ex-Spion und seine Tochter im südenglischen Salisbury.

Die Tschechische Republik sei EU- und NATO-Mitglied, deswegen sollte man den Verbündeten entgegenkommen, wenn sie darum bitten, sagte Babis. Stropnicky präzisierte, die Diplomaten sollten Tschechien auch mit ihren Familien bis 1. April verlassen.

Dieser Schritt Tschechiens war erwartet worden. Babis hatte bereits am Rande des EU-Gipfels vergangene Woche angekündigt, dass sein Land „wahrscheinlich“ einige russische Diplomaten ausweisen werde. Am Montag noch vor der Pressekonferenz schrieb Babis auf Twitter, Großbritannien habe die Unterstützung Tschechiens. „Auch wenn es die EU verlässt, müssen wir alles dafür tun, dass Europa stark und einig bleibt“, so Babis.

Tschechien kritisiert die Argumentation Russlands in der Causa scharf. Besonders die Aussage Moskaus, wonach das Giftgas „Nowitschok“ aus anderen Ländern stammen könnte, darunter Tschechien, hatte in Prag für laute Kritik gesorgt. Die tschechische Regierung wies diese Behauptung als „absurde und gemeine Lüge“ zurück.

Die tschechische Regierung beschloss die Ausweisung der russischen Diplomaten, obwohl aus der Umgebung von Staatspräsident Milos Zeman laut Medien verlautete, dass dieser hier zurückhaltend sei. Zemans pro-russische Haltung ist bekannt. So zählt er auch zu den Kritikern der EU-Sanktionen gegenüber Moskau.