Schweizer Studie bewies Nutzen von Wirkstoff Tranexamsäure im Notfall
Zürich (APA/sda) - Seit fünf Jahren verabreichen die Rettungsorganisationen der Stadt Zürich und die Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht)...
Zürich (APA/sda) - Seit fünf Jahren verabreichen die Rettungsorganisationen der Stadt Zürich und die Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) Schwerverletzten noch an der Unfallstelle Tranexamsäure. Seither brauchen diese im Spital weniger Bluttransfusionen, liegen kürzer auf der Intensivstation und überleben viel häufiger. Nun wies eine Zürcher Studie die Erfahrungen aus der Praxis wissenschaftlich nach.
Heute überleben um 62 Prozent mehr Patienten ihre schweren Verletzungen als noch vor wenigen Jahren, teilte das Universitätsspital Zürich am Montag in einer Aussendung mit. Verantwortlich für die starke Verbesserung sei der Wirkstoff Tranexamsäure und die Entscheidung, Traumaopfer bereits an der Unfallstelle damit zu behandeln.
Tranexamsäure wirkt gerinnungsstabilisierend. Eine internationale Studie zeigte 2010, dass der Wirkstoff die Überlebenschancen von Schwerverletzten erhöht. Die Zürcher Rettungsorganisationen, die Rega und das Universitätsspital Zürich entschieden 2013, dass Schwerverletzte den Wirkstoff so früh wie möglich bekommen sollen.
Die positiven Auswirkungen sind messbar: Nur noch vier statt zwölf Prozent der Schwerverletzten brauchen Massivtransfusionen - das sind mehr als zehn Beutel Blut - vor dem Erreichen der Intensivstation. Nur noch knapp ein Drittel der Patienten statt mehr als die Hälfte braucht Transfusionen mit roten Blutkörperchen und nur noch sechs statt 31 Prozent brauchen welche mit weißen Blutkörperchen.
Seit 2013 wurde die Abgabe der Tranexamsäure in einer Studie untersucht. Die Wissenschafter konnten nachweisen, dass die Abgabe des Medikaments am Unfallort „einer Gerinnungsstörung massiv entgegenwirkt“. Außerdem stellte sich heraus, dass die gängige Dosierung je nach Person auch unzureichend sein kann und gezielt angepasst werden muss.
Die Studie stützt sich auf Daten von Schwerverletzten, die zwischen Dezember 2014 und März 2016 von „Schutz & Rettung Zürich“ und der Rega in die Kantonsspitäler St. Gallen und Luzern sowie in das Zürcher Universitätsspital eingeliefert wurden. Kürzlich wurde sie in einem Fachmagazin publiziert.