Südzucker erwartet wegen Umbruch auf EU-Markt viel weniger Gewinn
Mannheim (APA/Reuters) - Die Lockerung des EU-Zuckermarktes trifft den europäischen Branchenführer Südzucker, der in Österreich mit 42 Proze...
Mannheim (APA/Reuters) - Die Lockerung des EU-Zuckermarktes trifft den europäischen Branchenführer Südzucker, der in Österreich mit 42 Prozent an der Agrana beteiligt ist, hart. Der operative Gewinn werde im neuen Geschäftsjahr 2018/19 (per 28.2.) trotz stabiler Umsätze auf 100 bis 200 Mio. Euro einbrechen, räumte das Unternehmen am Montag in Mannheim ein.
Im Kerngeschäft mit Zucker werde sogar ein Verlust von 100 bis 200 Mio. Euro herauskommen, der sich durch erwartete Zuwächse bei Früchten und Spezialitäten wie Fertig-Pizza nicht wettmachen lassen werde. Die trüben Aussichten ließen die kürzlich in den Kleinwerte-Index SDax abgestiegene Südzucker-Aktie am Montag um sieben Prozent auf 13,86 Euro einbrechen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 hat Südzucker den operativen Gewinn leicht auf 440 (2016/17: 426) Mio. Euro gesteigert. Er lag damit im Rahmen der Prognosen von 425 bis 500 Mio. Euro. Der Umsatz stieg auf 7,0 (6,5) Mrd. Euro und traf damit ebenfalls die eigenen Erwartungen. Die Dividende soll mit 45 Cent je Aktie stabil bleiben.
Seit dem 1. Oktober ist der europäische Zuckermarkt liberalisiert. Jahrelang geltende Produktionsquoten, garantierte Mindestpreise und Ausfuhrbeschränkungen sind damit aufgehoben. Seitdem kämpft Südzucker mit sinkenden Preisen. Hinzu kommen die Folgen der weltweiten Überproduktion. Finanzvorstand Thomas Kölbl rechnet mit einer etwa zweijährigen Übergangsphase.
Auch bei der börsennotierten Ethanol-Tochter CropEnergies steht ein Gewinnrückgang ins Haus. Lag das operative Ergebnis 2017/18 mit 72 (98) Mio. Euro schon unter dem Rekordwert aus dem Vorjahr, sagt CropEnergies für das neue Jahr nur noch 30 bis 70 Mio. voraus.
~ ISIN DE0007297004 WEB http://www.suedzucker.de/de/Homepage/ ~ APA410 2018-03-26/17:54