Giftaffäre - Slowakei weist vorerst keine russischen Diplomaten aus
Bratislava/London (APA) - Die Slowakei wird sich in der Affäre um den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal vorerst keine rus...
Bratislava/London (APA) - Die Slowakei wird sich in der Affäre um den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal vorerst keine russischen Diplomaten ausweisen. Das Außenministerium in Bratislava wolle aber „unverzüglich“ den russischen Botschafter im Land vorladen, hieß es laut der Nachrichtenagentur TASR am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme des slowakischen Außenamtes.
Die Slowakei habe den Giftanschlag in Salisbury eindeutig verurteilt, sich zum Beschluss des jüngsten Gipfeltreffens der Europäischen Union in Brüssel gemeldet und sich das Recht vorbehalten weitere Schritte einzuleiten in Zusammenhang mit dem Fall, erklärte das Außenministerium. „Nach sorgfältiger Erwägung der Alternativen“ wolle man jetzt den russischen Botschafter vorladen und eine Erklärung zum Fall verlangen. Die weitere Entwicklung im Fall wie auch die Antwort Russlands auf Aufforderungen vonseiten der EU werden „weitere Schritte beeinflussen, die wir in dieser Sache bereit sind zu überlegen“, so das slowakische Außenamt.
Die oppositionelle Freiheit und Solidarität (SaS) hatte bereits im Vorfeld dazu aufgerufen, dass sich Bratislava einer Diplomatenausweisung nicht verschließe. Sollten die Verbündeten Großbritanniens zum Schluss kommen, dass die Spuren im Fall Skripal in höchste Etagen der russischen Politik führen und eine koordinierte Aktion nötig sei, „sollte die Slowakei nicht abseits stehen,“ so Martin Klus von der SaS. Es ist unannehmbar, wenn Staaten, auch Russland, „offene Rechnungen mit ehemaligen Agenten auf Gebiet demokratischer Staaten in Widerspruch zu deren Recht erledigen“, meinte der Parlamentarier.