Staatsanwaltschaft Linz eine der „anklagefreundlichsten“ Österreichs

Linz (APA) - Potenzielle Straftäter im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Linz sollten sich in Acht nehmen: Sie ist eine der „ankl...

Linz (APA) - Potenzielle Straftäter im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Linz sollten sich in Acht nehmen: Sie ist eine der „anklagefreundlichsten“ derartigen Behörden in Österreich. Darauf machte ihr Leiter Rainer Schopper in einer Pressekonferenz am Dienstag aufmerksam.

Er rechnete vor, dass im vergangenen Jahr in 41 Prozent der 4.400 Fälle mit Beschuldigten, die in die Zuständigkeit des Landesgerichtes fallen, Anklage erhoben worden sei. Dieser im Österreich-Vergleich hohen Quote an Anklagen stehe aber nicht eine höhere Freispruchquote als in anderen Sprengeln gegenüber, stellte Schopper fest. Er begründete dies mit der Qualität der Ermittlungen durch die Polizei und die Staatsanwälte. Denn bevor überhaupt eine Anklage erhoben werde, werde die Wahrscheinlichkeit eines Schuld- oder eines Freispruches durch das Gericht aufgrund der vorliegenden Beweislage erwogen.

„Die Arbeit wird nicht weniger“ rechnete der Leiter der Staatsanwaltschaft Linz vor. Im vergangenen Jahr seien erneut mehr Anzeigen eingelangt - konkret rund 31.300 , davon etwa 15.000 gegen bekannte Täter mit Zuständigkeit entweder des Landes- oder des Bezirksgerichtes. Die Tendenz sei seit Jahren steigend. Die Kriminalität werde nicht mehr, aber es werde mehr aufgedeckt, gab Schopper zu bedenken. Wenn die Polizei ihr Personal aufstocke, seien noch mehr Anzeigen zu erwarten. Zudem gebe es neue Delikte wie Cyber-Kriminalität, durch offene Grenzen kämen mehr Kriminaltouristen und mehr Finanzprüfer würden auch mehr Finanzstrafverfahren zur Folge haben. Wenn die Anklagebehörde nicht mit ihrem Personalstand mithalte bestehe die Gefahr, dass sie zum „Flaschenhals“ in der Verfolgung von Straftaten durch die Justiz werde, warnte Schopper.