Betonwände gegen notorische Falschparker in Wörgl und Kundl
Mit baulichen Maßnahmen wird versucht, das Lkw-Parkchaos in den Gewerbegebieten in Kundl und Wörgl zu lösen.
Von Wolfgang Otter
Wörgl, Kundl –Es fahren immer mehr Lkw auf der Autobahn durch Tirol, 2,25 Millionen waren es im Vorjahr. Und immer mehr Lkw-Fahrer verlassen die Inntalautobahn, um zu tanken oder ihre Ruhezeiten einzuhalten. Es ist also nicht selten, dass die Fahrer mit dem letzten Liter Benzin im Tank oder der letzten Minute legaler Fahrzeit am Wörgler Gewerbepark ankommen. Und dann wird dort geparkt, wo gerade ein Platz frei ist – und sei es mehr oder weniger auf der Fahrbahn der Wörgler Nordtangente oder auf Nebenstraßen im angrenzenden Kundl.
Ein Problem, das nicht neu ist und bereits für einige Diskussionen und Besprechungen sorgte, die letzte fand mit Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer statt. Dabei wurden auch konkrete Maßnahmen angesprochen, deren Umsetzung bereits angelaufen ist. So soll mit Betonleitwänden (Jersey-Wänden) und Schwerpunktkontrollen der Polizei versucht werden, der illegal in den beiden Gewerbegebieten abgestellten Lkw Herr zu werden. Zudem, so der Bezirkshauptmann gegenüber der TT, könnte die Schaffung von mehr Rangierflächen in einer der Lkw-Tankstellen helfen, den Rückstau auf die Nordtangente zu verhindern. Dazu bedarf es noch einer raumordnerischen Entscheidung, „für die Wörgl zuständig ist“, sagt Platzgummer zur TT.
Die Kundler haben bereits mit den vom Bezirkshauptmann angesprochenen baulichen Maßnahmen reagiert. So wurden Fahrbahnteiler auf der Zufahrtsstraße zum Gewerbegebiet angebracht, außerdem die ersten Jersey-Wände aufgestellt. „Das hat auch bereits geholfen“, erklärt Bürgermeister Anton Hoflacher, wie er am Wochenende selbst beobachtet habe. Nur müsse man noch weitere Wände aufstellen, da es zu einer weiteren Verdrängung der Lkw auf Nebenwegen gekommen ist.
Wörgl wollte noch radikaler vorgehen: BM Hedi Wechner (sie war gestern nicht erreichbar) hat eine Sperre der Nordtangente bei zu hoher Lkw-Frequenz vorgeschlagen. „Das lässt sich nicht machen“, berichtet Platzgummer. Immerhin gebe es auch einen Ziel- und Quellverkehr. Auch das Abschleppen der Lkw sei sehr schwierig zu bewerkstelligen. Auf Kundler Gewerbegebiet würde zudem die rechtliche Handhabe fehlen. Und auch die 30 Euro Bußgeld wiegen weniger schwer als die Strafen bei einer Lenkzeitüberschreitung. Daher will man versuchen, baulich das Parken unmöglich zu machen.
Bei der Asfinag kann man sich die Sperre des Knotens Wörgl-West auch nicht vorstellen. Der Autobahnerhalter versucht noch zusätzliche Parkplätze an der A12 zur Verfügung zu stellen. „Aber jeder Parkplatz ist ein Lkw mehr“, sagt Stefan Siegele, Asfinag-Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg.