Internet Ombudsmann befasste sich 2017 mit 3.219 Beschwerden
Wien (APA) - Einkaufen im Internet ist bequem, weist jedoch viele Tücken auf, wie die am Mittwoch veröffentlichte Bilanz des Internet Ombuds...
Wien (APA) - Einkaufen im Internet ist bequem, weist jedoch viele Tücken auf, wie die am Mittwoch veröffentlichte Bilanz des Internet Ombudsmanns für 2017 zeigt. Dieser musste sich mit 3.219 Beschwerden sowie 2.095 Anfragen beschäftigen. Die größten Problemfelder waren dabei Abo-Fallen, Vertragsstreitigkeiten und Lieferprobleme.
Mit insgesamt 48 Prozent waren Abo-Fallen der mit Abstand häufigste Beschwerdegrund bei der unabhängigen Streitschlichtungs- und Beratungsstelle (www.ombudsmann.at). Damit verzeichnete der Spitzenreiter aus dem Vorjahr (2016: 32 Prozent) nochmals einen deutlichen Anstieg.
2017 hat sich die Falle mit betrügerischen Streaming-Plattformen für Filme stark verbreitet, die über Dutzende unterschiedliche Internetadressen erreichbar sind. Will der User das angebliche Angebot nützen, wird er angehalten, sich zu registrieren. Wenige Tage später erhält der Verbraucher eine E-Mail. Darin wird behauptet, dass er sich für ein kostenpflichtiges Abonnement registriert habe und die Gratis-Testphase abgelaufen sei. In den jüngsten Fällen wurden 358,80 Euro gefordert. In Wahrheit ist aber kein gültiger Vertrag zustande gekommen.
Neu ist, dass auf die Konsumenten auch mittels Telefonanrufen Druck gemacht wird, die Rechnungen zu bezahlen. Außerdem zeigen YouTube-Videos und Foreneinträge, in denen vermeintliche Experten die Rechtmäßigkeit der Forderungen behaupten, die systematische Vorgehensweise und weitere Professionalisierung bei diesen Fallen.
Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann: „Wichtig ist, dass sich die Betroffenen nicht einschüchtern lassen. Bei diesen Abo-Fallen können sie die Zahlungsaufforderung meist einfach ignorieren.“