Giftaffäre - Slowakei ringt um Reaktion
Bratislava/London (APA/dpa) - Der Fall Skripal sorgt in der Slowakei für politischen Streit. Anders als die Nachbarländer Tschechien und Pol...
Bratislava/London (APA/dpa) - Der Fall Skripal sorgt in der Slowakei für politischen Streit. Anders als die Nachbarländer Tschechien und Polen hatte sich der NATO- und EU-Mitgliedsstaat der koordinierten Ausweisung russischer Diplomaten nicht angeschlossen. Außenminister Miroslav Lajcak verteidigte dies am Mittwoch: „Unsere weiteren Schritte hängen davon ab, wie die Russische Föderation in den nächsten Tagen reagiert.“
Man habe eindeutig erklärt, dass die Verwendung chemischer Waffen eine inakzeptable Verletzung internationalen Rechts sei, sagte Lajcak der Agentur TASR. Zuvor hatte Staatspräsident Andrej Kiska eine Erklärung gefordert, warum die Regierung dem Wunsch Großbritanniens nach einem Zeichen der Solidarität nicht nachgekommen war. Der 55-Jährige forderte eine „prinzipientreue und klare Haltung der Slowakei“ und zeigte sich unzufrieden mit den bisherigen Maßnahmen.
Der russische Botschafter wurde ins Außenamt zitiert. „Wir haben Moskau aufgerufen, vollumfänglich zusammenzuarbeiten und den Verdacht zu entkräften, dass es hinter dem Angriff steht“, sagte Lajcak.
Großbritannien wirft Russland vor, den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet zu haben. Moskau bestreitet dies vehement.