Letzter Tag der Präsidentenwahl in Ägypten hat begonnen

Kairo (APA/dpa/AFP) - In Ägypten hat der letzte Tag der Präsidentenwahl begonnen. Bei der seit Montag laufenden Abstimmung treten Amtsinhabe...

Kairo (APA/dpa/AFP) - In Ägypten hat der letzte Tag der Präsidentenwahl begonnen. Bei der seit Montag laufenden Abstimmung treten Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi und der weitgehend unbekannte Politiker Mussa Mustafa gegeneinander an. Beobachter sehen in ihm einen Alibi-Kandidaten, damit der Präsident nicht alleine zur Wahl steht. Es wird mit einem sehr deutlichen Sieg des autoritären al-Sisi gerechnet.

Alle ernsthaften Konkurrenten hatten sich unter teils dubiosen Umständen aus dem Rennen zurückgezogen. Der einzige Gegenkandidat ist ein bekennender Anhänger von Al-Sisi. Die Frage ist deshalb nur, mit welchem Ergebnis der Präsident gewinnt und wie hoch die Wahlbeteiligung ausfällt. Dies gilt als Gradmesser der Unterstützung für den früheren Armeechef.

In den vergangenen Tagen inszenierte das Staatsfernsehen die Wahl mit jubelnden Menschen vor den Wahllokalen und längeren Schlangen bei der Stimmabgabe. Andere staatliche Medien berichteten von einer hohen Beteiligung. Die Wahllokale, die von dpa-Reportern besucht wurden, waren allerdings deutlich spärlicher besucht. Insgesamt waren knapp 60 Millionen Wahlberechtigten zur Stimmabgabe aufgerufen.

Journalisten berichteten, in den Wahllokalen bei ihrer Arbeit behindert worden zu sein. Fotografen von internationalen Medien wurde der Zugang zu einigen Wahllokalen verwehrt. Örtliche Entscheidungsträger machten ihnen teilweise Vorschriften, welche Dinge sie nicht ablichten durften - beispielsweise zu kurze Wählerschlangen. Es mussten auch nachträglich Bilder gelöscht werden.

Die letzte Präsidentschaftswahl 2014 hatte al-Sisi mit knapp 97 Prozent gewonnen. Die Beteiligung lag damals bei 47,5 Prozent, nachdem die Wahl um einen dritten Tag verlängert worden war.

Das offizielle Ergebnis der diesjährigen Abstimmung soll erst am 2. April bekanntgegeben werden.