Verstärkung für Seenotretter - Spanisches Schiff weiter beschlagnahmt
Berlin/Rom (APA/dpa) - Nach der Beschlagnahmung eines spanischen Rettungsschiffs für Flüchtlinge haben sich deutsche Seenotretter wieder auf...
Berlin/Rom (APA/dpa) - Nach der Beschlagnahmung eines spanischen Rettungsschiffs für Flüchtlinge haben sich deutsche Seenotretter wieder auf den Weg vor die libysche Küste gemacht. Die „Seefuchs“ der Hilfsorganisation Sea-Eye startete am Mittwoch in Malta und sollte am Donnerstag die Such- und Rettungszone erreichen, wie es in einer Mitteilung hieß.
Am Dienstag hatte ein italienischer Richter die Beschlagnahmung des Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms vom 18. März bestätigt. Der schwerwiegendste Vorwurf der kriminellen Vereinigung wurde allerdings fallengelassen. Unter anderem wird gegen den Kapitän der „Open Arms“ wegen Begünstigung illegaler Migration von 218 Menschen ermittelt, wie aus dem Beschluss des Gerichts hervorgeht.
Die Hilfsorganisation soll sich am 15. März der Anweisung der Zentralen Seenotrettungsleitstelle (MRCC) in Rom widersetzt haben, nicht in einen von der libyschen Küstenwache geleiteten Rettungseinsatz einzugreifen. Dies habe zu einer „absolut kritischen Situation“ mit den Libyern geführt, „die versuchten, die Rettungsaktion durch die Boote des spanischen Schiffs zu behindern, auch mit der Drohung, Waffen einzusetzen“, schreibt das Gericht. Außerdem habe sich die NGO geweigert, Malta als nächsten sicheren Hafen um Landeerlaubnis zu fragen. Die NGO habe „die Migranten um jeden Preis nach Italien“ bringen wollen.
Seit Italien einen Flüchtlingspakt mit dem Bürgerkriegsland Libyen geschlossen hat, kommen deutlich weniger Migranten an den Küsten an und werden in Libyen gehalten oder dorthin zurückgebracht. Dort drohen ihnen jedoch Folter und menschenunwürdige Lager.
Die Zahl der Rettungsschiffe von NGOs im Mittelmeer ist in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Zuletzt kreuzte vor der libyschen Küste nur mehr das Schiff „Aquarius“ von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen (MSF) als einziges ziviles Rettungsschiff.