Bezirk Schwaz

Mit einem Parkdeck am Jenbacher Bahnhof wird es ernst

So könnte der Bahnhofsbereich in Jenbach künftig aussehen. Das Parkdeck grenzt dabei an das sogenannte „Toleranz-Areal“ an. Die Planungsarbeiten sollen im zweiten Quartal dieses Jahres beginnen.
© ÖBB/ leAnder

Die Planung soll nach langer Verhandlungsphase bald beginnen. Mit rund 450 Stellplätzen soll das tägliche Parkplatzchaos beseitigt werden.

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –„Rasches Handeln zur Schaffung von ausreichenden Parkflächen im direkten Bereich des Bahnhofes Jenbach“ hatte schon im Jahr 2009 eine Bürgerinitiative gefordert. Und immer wieder war dann von einem Parkdeck die Rede. Mit einem Grundsatzbeschluss im Jenbacher Gemeinderat scheinen nun die Türen für die Realisierung eines solchen Projektes offen zu stehen. Das Aufatmen bei BM Dietmar Wallner und Vizebürgermeister Bernhard Stöhr ist nicht zu überhören. „Jetzt braucht es noch die Unterschrift von ÖBB und dem Toleranz-Liegenschaftsverwalter. Die Verhandlungen waren kollegial und gottlob erfolgreich“, sagt Stöhr. Als Bauexperte versuchte der Architekt den Verhandlungsmarathon immer wieder in Schwung zu bringen. „Ich bin aber nicht der Planer“, beugt er Gerüchten vor. Er habe in dieser Sache als Vizebürgermeister im Dienste der Gemeinde agiert.

„Wir sind über den Grundsatzbeschluss der Marktgemeinde Jenbach froh“, stellt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair fest. Entstehen soll ein dreigeschoßiges Parkhaus für 450 Stellplätze. Die künftigen Schritte sind klar festgelegt: Zuerst braucht es einen Realisierungsvertrag zwischen Land, ÖBB und der Standortgemeinde, dann kommt es zu einem Grundstücksvertrag mit dem Anrainer und der Erstellung der Einreichunterlagen – sprich Plänen – für das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren.

BM Dietmar Wallner (links) und VBM Bernhard Stöhr informierten über die neueste Entwicklung in Sachen Parkdeck am Bahnhof.
© Zwicknagl

Einen Baustart im Herbst 2019 hält VBM Stöhr für realistisch. „Laut Stellplatzzählung dürften 31 Gemeinden an Bord sein“, sagt BM Dietmar Wallner. Von den Kosten her sei das ein großer Brocken, wenn auch neueste Kostenschätzungen fehlen. Für alle Beteiligten müsse dieses regionale Projekt aber finanziell erträglich sein. „Ich denke da an den Modus, wie beim Bau und der Erhaltung einer Kläranlage samt Leitungsnetz umgegangen wird“, setzt der Jenbacher Bürgermeister nach.

„Die Situierung des Parkdecks macht eine neue Vereinbarung zwischen Marktgemeinde und ÖBB-Infrastruktur notwendig“, formulierte es Amtsleiter Wolfgang Astl bei der Gemeinderatssitzung, ehe es zu einem einstimmigen Beschluss kam. Ursprünglich hatten ÖBB-Experten von einem Parkhaus nahe dem S-Bahn-Gleis gesprochen. Jetzt soll dorthin die Bahnhofstraße verlegt werden und das Parkhaus Richtung Norden entstehen. Das entspreche einer Bebauungsstudie für das Gebiet zwischen dem Rotholzerweg, dem Werksgelände GE und der Bahnhofstraße. Der östliche Teil der Straße ab der Einfahrt in das Parkdeck soll verkehrsberuhigt gestaltet werden. Dass auch im Bereich Kreisverkehr bei der Abfahrt zum Bahnhof etwas geschehen muss, zeigte VBM Bernhar­d Stöhr auf.

Den Bahnhof Jenbach hatte der heutige Vizebürgermeister schon als Erstunterzeichner der Bürgerinitiative, die sich vor neun Jahren 2009 für die Neuorganisation der Parksituation starkgemacht hatte, als verkehrstechnischen Knotenpunkt im Bereich Inntal, Achental und Zillertal gesehen und dabei an die vielen Pendler gedacht.

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